In den letzten Wochen hat die Diskussion um die strategische Bedeutung Grönlands für die USA und deren militärische Präsenz in der Arktis neuen Aufwind erhalten. In einem aktuellen Interview hat Katie Miller, eine enge Vertraute von Donald Trump, betont, dass die USA Grönland „haben“ sollten. Dies sei eine Position, die Trump seit Beginn seiner Amtszeit im Jänner 2025 klar kommuniziert habe. Miller machte deutlich, dass es keinen Bedarf für einen Militäreinsatz gebe, da die USA bereits die wichtigste Militärmacht der NATO seien. Ihr zufolge ist die Kontrolle über Grönland entscheidend, um die Sicherheit der Arktisregion und somit auch des NATO-Verteidigungsbündnisses zu gewährleisten. Dabei stellte sie in Frage, warum Grönland offiziell zum NATO-Partner Dänemark gehöre und hegte Zweifel an der rechtlichen Grundlage dieser Kontrolle berichtet die Kleine Zeitung.
Mit dem zunehmenden militärischen Interesse der USA in der Region hat Dänemark eine Erhöhung seiner militärischen Aktivitäten in und um Grönland eingeleitet. Dies erfolgt in enger Abstimmung mit der grönländischen Regierung und unter dem Dach des Joint Arctic Command. So findet zwischen dem 9. und 19. September 2025 die Übung Arctic Light 2025 statt, an der mehr als 550 Soldaten aus mehreren NATO-Staaten teilnehmen werden. Ziel dieser Großübung ist es, die Reaktionsfähigkeit auf destabilisierende Bedrohungen in der Arktis zu stärken. Dänische Streitkräfte setzen dafür eine Vielzahl von Ressourcen, einschließlich Fregatten und Hubschraubern, ein berichtet das dänische Verteidigungsministerium.
Die internationale Reaktion auf Trumps Ansprüche
Die geopolitischen Spannungen rund um Grönland wurden zusätzlich angeheizt, als Trump seine Ansprüche auf die dänische Region bekräftigte und deren strategische Bedeutung für die US-Verteidigung erklärte. Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen wies diese Ansprüche jedoch scharf zurück und erklärte, dass die USA kein Recht auf die Annexion Grönlands hätten. Ihre Position wurde von den Regierungschefs Schwedens und Norwegens sowie dem Präsidenten Finnlands unterstützt, die alle betonten, dass nur Dänemark und Grönland über deren Angelegenheiten entscheiden können berichtet die Deutsche Welle.
Diese diplomatischen Spannungen sind auch vor dem Hintergrund der strategischen Bedeutung Grönlands zu sehen, das über wichtige Ressourcen verfügt und eine Schlüsselrolle im Rahmen des US-Raketenabwehrsystems spielt. Grönland war einst dänische Kolonie und hat seit 2009 das Recht auf Unabhängigkeit, hängt jedoch stark von dänischen Subventionen ab.
Mit den aktuellen militärischen Übungen und den betonten Ansprüchen auf Grönland stehen die USA, Dänemark sowie andere skandinavische Länder vor der Herausforderung, diplomatische Lösungen zur Wahrung der Souveränität und Sicherheit in dieser geopolitisch sensiblen Region zu finden.