US-Präsident Donald Trump hat einen umfassenden Plan zur Kontrolle über den venezolanischen Ölverkauf angekündigt, der eine grundlegende Neuordnung der Energiepolitik in Venezuela zur Folge haben könnte. Wie Kleine Zeitung berichtet, sollen venezolanische Öle zu Marktpreisen verkauft werden, wobei die US-Regierung die Einnahmen kontrolliert. Der Energieminister Chris Wright wurde beauftragt, diesen Plan unverzüglich umzusetzen.

Trump strebt nach einem totalen Zugang zur venezolanischen Ölindustrie, um die Entmachtung von Nicolás Maduro voranzutreiben. Laut der Tagesschau sagen Insider, dass Venezuela über die größten Ölreserven der Welt verfügt, mit 303 Milliarden Barrel, was 17 Prozent der globalen Reserven entspricht. Trotz dieser immensen Ressourcen förderte das Land 2025 nur etwa 1,1 Millionen Barrel pro Tag, was lediglich 1 Prozent der weltweiten Produktion ausmacht.

Verhandlungen über Ausfuhr und Subventionen

Aktuelle Verhandlungen zwischen den USA und Venezuela könnten die Ausfuhr von venezolanischem Rohöl an US-Raffinerien betreffen. Ein solches Abkommen könnte helfen, die Lieferungen aus China umzuleiten und der staatlichen Ölgesellschaft PDVSA ermöglichen, Förderkürzungen zu vermeiden. Gleichzeitig hat Trump Subventionen für Ölkonzerne angeboten, um die Energieinfrastruktur in Venezuela zu modernisieren, was die Rückkehr großer US-Firmen in den Markt attraktiver macht. ZDF berichtet, dass Chevron wieder aktiv ist und 25 Prozent der Ölförderungen kontrolliert.

Die venezolanische Regierung und PDVSA haben sich bislang nicht zu den Verhandlungen geäußert. Trump bezeichnete die Enteignung von US-Firmen in Venezuela, die sich seit der Zeit von Hugo Chávez im Jahr 2007 vollzog, als „einen der größten Diebstähle amerikanischen Eigentums“. Experten betonen jedoch, dass US-Firmen keinen rechtlichen Anspruch auf die Ressourcen des Landes haben.

Wirtschaftliche Auswirkungen und Weltmarkt

Die Pläne Trumps haben bereits Auswirkungen auf die Börse. Die Aktien von Chevron stiegen um 5,1 Prozent, während ExxonMobil und ConocoPhillips um über 2 Prozent zulegten. Trotz des Anstiegs der Ölpreise erwarten Fachleute jedoch keine signifikante Preisrally, da eine höhere Ölproduktion aus Venezuela mittelfristig dämpfend wirken könnte.

Die Herausforderungen sind gravierend: Was Venezuela betrifft, steht die Ölproduktion im Vergleich zu historischen Werten bei weniger als einem Drittel der Menge, die das Land in den 1970er-Jahren förderte. Die marode Infrastruktur und ein Raffinerieproblem, da das Öl überwiegend als Schweröl vorliegt, stehen einer Steigerung der Produktionskapazitäten entgegen. Nach den Erfahrungen in Irak und Libyen sehen Experten außerdem die Gefahr, dass US-Firmen möglicherweise nicht von einem möglichen Regimewechsel in Venezuela profitieren könnten, was die Investitionsbereitschaft beeinflussen könnte.

Insgesamt bleibt die Entwicklung der Beziehungen zwischen den USA und Venezuela angesichts der geopolitischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen von großer Bedeutung für die internationale Energiepolitik und die Stabilität in Lateinamerika.