Die politische Lage in Südkorea ist angespannt. Ex-Präsident Yoon Suk Yeol sieht sich ernsthaften Vorwürfen gegenüber, darunter Aufstandsversuche und Machtmissbrauch. Darüber hinaus fordert ein Sonderermittlerteam die Todesstrafe für den ehemaligen Staatschef. Dieser Schritt könnte gut zwei Monate nach Yoons Rücktritt als Präsident und dem bestätigten Beschluss des Verfassungsgerichts zur Absetzungskommission erfolgen. Das Urteil in dem Verfahren wird am 19. Februar 2026 erwartet, und im Falle einer Verurteilung wäre Yoon der dritte südkoreanische Präsident in der Geschichte des Landes, der wegen Aufruhrs verurteilt wird, so Kleine Zeitung.
Yoon ist nicht nur wegen seines Verhaltens während seiner Amtszeit in der Kritik, sondern auch wegen seiner Entscheidung, im Dezember 2024 überraschend das Kriegsrecht auszurufen. Diese Maßnahme, die vorübergehend Soldaten ins Parlament setzte, führte zu einer tiefen politischen Krise. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, mit seiner Vorgehensweise gezielt eine Eskalation mit Nordkorea provoziert zu haben. Ermittlungen legen nahe, dass Yoon bereits seit Oktober 2023 Pläne für das Kriegsrecht vorbereitete, während Yoons Verteidiger seine Unschuld beteuern und Vergleiche zu Galileo Galilei und Giordano Bruno ziehen, um seine Sichtweise zu untermauern. T-Online berichtet, dass Yoon und sein damaliger Verteidigungsminister möglicherweise auch eine geheime Drohnenaktion im nordkoreanischen Luftraum angeordnet hatten.
Gesellschaftliche Spannungen und Hintergrund
Die politische Landschaft in Südkorea ist geprägt von massiven Spannungen, die bis in die Zeit der Diktatur zurückreichen. Seit der formalen Wende zur Demokratie im Jahr 1987 gab es zwar Fortschritte, jedoch sind die unversöhnlichen Fronten zwischen der linken und rechten politischen Spektrum nach wie vor spürbar. Die derzeitige Regierungsführung unter Präsident Lee Jae Myung, der seit dem Sommer 2025 im Amt ist, sieht sich mit den Herausforderungen der tief gespaltenen Gesellschaft konfrontiert. Tagesschau hebt hervor, dass zurzeit keine blutigen Auseinandersetzungen stattfinden, sondern vielmehr ein Streit um politische Kompetenzen.
Trotz der Schwierigkeiten hat Yoon eine treue Unterstützerbasis, die mit Slogans wie „Stop the Steal“ auftritt und Unruhen zur Folge hat. Die politische Krise wird durch die Angriffe der linken Opposition auf Yoon verstärkt, während die Regierungsarbeit stark behindert wird. Yoon rechtfertigte seine drastischen Maßnahmen als notwendig, um die Blockade seiner Regierung zu überwinden. Während die Situation angespannt bleibt, blicken viele auf eine neue Generation von Politikern, die möglicherweise die gesellschaftlichen und politischen Gräben überwinden kann.