Die Rückkehr der sudanesischen Regierung in die Hauptstadt Khartum markiert einen bedeutenden Schritt nach mehr als zehn Monaten der Instabilität. Laut Kleine Zeitung haben mehrere Ministerien in den vergangenen drei Monaten ihre Arbeit in der Hauptstadt wiederaufgenommen. Dies geschieht vor dem Hintergrund eines langwierigen Machtkampfes zwischen dem de-facto Staatschef Abdel-Fattah al-Burhan und dem Führer der paramilitärischen Miliz Rapid Support Forces (RSF), Mohamed Hamdan Dagalo.
Die UNO beschreibt den Konflikt als die größte humanitäre Krise weltweit, die seit dem Ausbruch der Kämpfe am 15. April 2023 entstand. Über zwölf Millionen Menschen sind durch die Spannungen zwischen der sudanesischen Armee und der RSF vertrieben worden. Während ein Teil der Vertriebenen nun nach Khartum zurückkehrt, herrscht in anderen Regionen des Landes, insbesondere in Darfur und Kordofan, weiterhin Krieg.
Aktuelle Entwicklungen in Darfur
Die RSF hat im vergangenen Jahr unter anderem die Stadt Al-Faschir in Darfur erobert, was die humanitäre Situation dort dramatisch verschlechtert hat. Laut ZDF leben in Al-Faschir noch rund 300.000 Menschen, die unter Hunger und Krankheiten leiden, da sie keinen Zugang zu Nahrungsmitteln oder medizinischer Versorgung haben. Menschenrechtsorganisationen werfen der RSF vor, schwere Verbrechen wie Tötungen, Folter und ethnisch motivierte Vertreibungen durchzuführen.
Die RSF, die aus den berüchtigten Dschandschawid hervorgegangen ist, hat in den von ihr kontrollierten Gebieten eine Parallelregierung etabliert. Diese Kontrolle erstreckt sich über fast ein Drittel des sudanesischen Staatsgebiets und zeigt die strategische Bedeutung der RSF in diesem Konflikt. Die RSF profitiert nicht nur von der Kontrolle über Ressourcen, sondern ist auch beschuldigt worden, von internationalen Akteuren, wie den Vereinigten Arabischen Emiraten, unterstützt zu werden.
Internationale Reaktionen und die Rolle der Nachbarstaaten
Die internationale Gemeinschaft ist weiterhin besorgt über die Entwicklungen im Sudan. Ägypten agiert als enger Verbündeter der sudanesischen Armee, während die USA versucht haben, durch die Vermittlung von Feuerpausen und die Verhängung von Sanktionen gegen die Konfliktparteien tätig zu werden. Zudem wird darüber berichtet, dass russische Akteure mit den RSF beim Goldabbau zusammenarbeiten.
Der Bürgerkrieg zwischen den sudanesischen Streitkräften unter General Abdel Fattah al-Burhan und den RSF unter Mohamed Hamdan Daglo zeigt keine Anzeichen einer Deeskalation, während sich die Konflikte weiterhin auf die betroffenen Zivilisten konzentrieren. Der Kampf um Macht und Kontrolle über Ressourcen hält das Land in einem Zustand permanenter Instabilität gefangen. Laut Zeit hat sich der Konflikt durch ethnische Spannungen weiter zugespitzt und die humanitären Bedingungen verschlechtert, was die Krise weiter verschärft.