Die chilenischen Behörden arbeiten intensiv daran, fünf Arbeiter zu retten, die nach einem Zusammenbruch in El Teniente, einer der größten Kupferminen der Welt, eingeschlossen sind. Ein Unglück, das am Donnerstag ein Todesopfer forderte und mehrere Verletzte zur Folge hatte, hat die dringenden Rettungsmaßnahmen ausgelöst.

Erdbeben als Ursachenfaktor

Die staatliche Firma Codelco, die die Mine betreibt, gab bekannt, dass ein Erdbeben den Schacht zum Einsturz brachte, in dem die vermissten Arbeiter tätig waren. Laut dem Nationalen Seismologischen Zentrum der Universität Chile wurde am Donnerstag ein Erdbeben der Magnitude 4,3 in der Umgebung der Mine registriert. Dieses Erdbeben führte nicht nur zum Einsturz, sondern verletzte auch neun Personen, wie Codelco bestätigte.

Rettungsmaßnahmen und Herausforderungen

Codelco-CEO Rubén Alvarado erklärte am Freitag, dass „die ersten 48 Stunden entscheidend“ seien, um die Männer lebend zu finden. Um die Retter in die Nähe der vermissten Arbeiter zu bringen, müssen 20 Meter Schutt im Minenschacht entfernt werden. Bis Freitag waren allerdings erst vier Meter geräumt worden.

Die Bedeutung von El Teniente

El Teniente, gelegen in der O’Higgins-Region im zentralen Chile, gilt laut Unternehmensangaben als der größte Kupfervorrat weltweit. Der Vorfall hat dazu geführt, dass die Betriebsabläufe eingestellt wurden, während die Rettungsmannschaften daran arbeiten, die eingeschlossenen Männer zu befreien.

Politische Unterstützung und Anteilnahme

Der chilenische Präsident Gabriel Boric äußerte sich in einer Erklärung auf X, dass seine Regierung „alles in (ihrer) Macht Stehende“ tun werde, um die vermissten Bergleute zu finden. „Ich habe die Ministerin für Bergbau, Aurora Williams, angewiesen, vor Ort alle notwendigen Maßnahmen zu koordinieren“, schrieb er weiter.

Familien der Betroffenen in Sorge

Bei einer Pressekonferenz am Samstag sprach Boric sein Beileid an die Familie von Paulo Marín Tapia aus, der beim Einsturz gestorben ist. Er bleibt zudem im Kontakt mit den Angehörigen der fünf eingeklemmten Arbeiter. Die Stunden vergehen und das Leiden der Familien sowie ihrer Mitstreiter wächst.

Hoffnung und Gebet

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagte Edgar Rodrigo Quesada, ein Bergarbeiter und ehemaliger Gewerkschaftsführer. Er erklärte CNN, dass es zwar einen Schutzraum im Tunnel für den Notfall gibt, dieser sich jedoch nicht in der Nähe des vermuteten Ortes der Bergleute befindet. Es ist unklar, ob sie rechtzeitig dorthin gelangen konnten.

„Ich bete einfach zu Gott, dass es meinen Kollegen gut geht“, fügte Quesada hinzu. „Was ich dir ehrlich sagen kann, ist, dass der Schutzraum sehr weit von dem Ort entfernt ist, an dem der Zusammenbruch stattfand.“

Untersuchungen zum Unglück

Die Staatsanwaltschaft Chile hat bereits eine Untersuchung des Unglücks eingeleitet. Codelco berichtete ebenfalls, dass die Ursachen des Einsturzes untersucht werden. Der Geschäftsführer der El Teniente Mine, Andrés Music, betonte, dass der Unfall nicht durch den Einsatz von Sprengstoffen verursacht wurde: „Wir setzen alles daran, diese Arbeiter zu retten“, so Music.