Die mexikanische Regierung hat kürzlich 37 Mitglieder von Drogenkartellen an die USA ausgeliefert. Diese Maßnahme erfolgt im Rahmen der fortlaufenden Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern im Kampf gegen das organisierte Verbrechen. Die Auslieferung fand an Bord von sieben Flugzeugen der mexikanischen Streitkräfte statt und hatte mehrere Zielstädte in den USA: Washington, Houston, New York, Pennsylvania, San Antonio und San Diego.oe24 berichtet, dass damit Mexiko seit dem vergangenen Jahr über 90 Kriminelle in drei großen Auslieferungen an die USA übergeben hat.
Der mexikanische Sicherheitsminister Omar García Harfuch bezeichnete die Auslieferung als einen wichtigen Schritt zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit in Mexiko. Die ausgelieferten Personen gelten als zweitrangige Drogenbosse, deren Tätigkeit eine ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit darstellt. Die US-flugrechtliche Behörde FAA hat jedoch gewarnt, dass Flüge über bestimmte Regionen Lateinamerikas, insbesondere um Mazatlán im Bundesstaat Sinaloa, derzeit gefährlich sind.Tagesschau vermeldet, dass die Warnung auf einen jüngsten US-Militäreinsatz in Venezuela zurückzuführen ist, der besorgniserregende Sicherheitsaspekte mit sich bringt.
Strategien zur Bekämpfung von Drogenkartellen
Die mexikanische Regierung, unter der Führung von Präsidentin Claudia Sheinbaum, hat auch angekündigt, dass sie militärische Aktivitäten der USA innerhalb Mexikos ablehnt. In ihrer Amtszeit, die im Oktober 2024 begon, hat sie Verfassungsänderungen im Sicherheitsbereich angestoßen, die unter anderem vorsehen, dass Richter ab 2025 direkt vom Volk gewählt werden sollen. Zudem wird die Nationalgarde dem Verteidigungsministerium unterstellt. Diese Entwicklungen sind Teil einer umfassenden Strategie zur Bekämpfung der anhaltenden Sicherheitskrise in Mexiko, die sich in einer extremen Gewaltwelle äußert: Täglich werden zwischen 70 und 100 Menschen ermordet oder entführt.
Ein zentrales Element dieser Strategie ist die Bekämpfung von Drogenkartellen, die in den letzten Jahren nicht nur im Drogenhandel, sondern auch im Menschenhandel und in der Schutzgelderpressung aktiv geworden sind. Insbesondere das Sinaloa-Kartell und das Jalisco-Kartell sind in 28 bzw. 24 Bundesstaaten Mexikos tätig und verantworten zahlreiche Gewalttaten.bpb weist darauf hin, dass die mexikanische Regierung weiterhin die sogenannte Kingpin-Strategie verfolgt, um führende Drogenbosse festzunehmen.
Internationale Auswirkungen der Drogenkriminalität
Die USA stehen vor einer alarmierenden Drogenkrise, die 2023 zu etwa 75.000 Überdosen führte. Ein Hauptgrund dafür ist der hohe Fluss von Fentanyl, das oft aus Mexiko geschmuggelt wird. Vor diesem Hintergrund versucht die mexikanische Regierung, ihrer Verantwortung durch die Auslieferung von Drogenhändlern gerecht zu werden. Dies steht auch im Kontext von drohenden Handelszöllen durch US-Präsident Donald Trump, die er eingeführt hat, um Mexiko zu mehr Maßnahmen gegen Drogenkartelle zu zwingen.Tagesschau berichtet, dass Trump bereits eine Liste von 29 Drogenbaronen vorgelegt hat, denen droht, ebenfalls in die USA ausgeliefert zu werden.
Die Frage der Drogenbekämpfung bleibt ein zweischneidiges Schwert in Mexiko. Während die Auslieferungen einen Schritt in die richtige Richtung darstellen, gibt es auch Bedenken, dass die Militarisierung der inneren Sicherheit und die enge Zusammenarbeit mit den USA zu einer Eskalation der Gewalt führen könnten. Die mexikanische Bevölkerung fühlt sich zunehmend unsicher, während die Zahl der Kriminalitätsopfer in den letzten Jahren nur eine leichte Senkung erfahren hat.bpb unterstreicht, dass soziale Ungleichheiten und politische Korruption zur Komplexität des Problems beitragen.