Im Süden Mosambiks sind aufgrund katastrophaler Wetterbedingungen hunderttausende Menschen von schweren Hochwassern betroffen. In den kommenden 24 Stunden werden erneut heftige Regenfälle erwartet, die das ohnehin kritische Lagebild zusätzlich verschärfen werden. Laut Kleine Zeitung sind die Provinzen Gaza, Maputo, Inhambane und Sofala besonders betroffen. Rund 78.200 Menschen leben mittlerweile in Notunterkünften, da ihre Wohnungen und Häuser durch die Fluten zerstört wurden.
Tausende von Gebäuden sind in den vergangenen Tagen dem Wasser zum Opfer gefallen. Die gesundheitliche Infrastruktur ist stark beschädigt, was die Situation für die betroffene Bevölkerung weiter zuspitzt. Schätzungen zufolge leben mehr als 90 % der Menschen in Mosambik in Lehmhäusern, die bei solchen Regenfällen äußerst instabil sind. In neun Provinzen wurden etwa 5.000 Kilometer Straßen stark beschädigt; die Hauptverbindungsstraße zwischen Maputo und anderen Teilen des Landes ist derzeit unpassierbar. Der Fluss Limpopo ist über die Ufer getreten, was zu tiefen Überschwemmungen in mehreren Regionen führt. Besonders besorgniserregend ist die Öffnung aller 14 Schleusen am Massingir-Staudamm, was erstmals seit 1977 geschah.
Katastrophenwarnungen und Hilfsmaßnahmen
Der Vizepräsident der nationalen Katastrophenbehörde INGD, Gabriel Monteiro, äußerte sich besorgt und warnte vor noch schwereren Hochwasserereignissen als im Jahr 2000. Er betonte, dass die Situation ernst ist, da nun auch zusätzliche Provinzen betroffen sind. Positiv hervorzuheben ist, dass Mosambik besser auf solche Katastrophen vorbereitet ist als in der Vergangenheit. Mehrere UN-Organisationen und humanitäre Partner haben bereits mit der Nothilfe begonnen, um den betroffenen Menschen zu helfen.
Die Region sieht sich jedoch nicht nur in Mosambik mit diesen Herausforderungen konfrontiert. Auch Nachbarstaaten wie Südafrika und Simbabwe haben mit schweren Überschwemmungen zu kämpfen. In Südafrika sind seit Ende Dezember 30 Todesopfer gemeldet worden, während in Simbabwe 70 Tote zu beklagen sind. Die südwafrikanische Regierung hat den nationalen Katastrophenfall ausgerufen, um den Notfall effektiv zu bewältigen.
Der Einfluss des Klimawandels
Die extremen Wetterereignisse im südlichen Afrika sind ein besorgniserregendes Zeichen der Auswirkungen des Klimawandels. Umweltwissenschaftler warnen, dass solche Extremwetterlagen durch die menschengemachte Erderwärmung zunehmend wahrscheinlicher werden. Laut einem Bericht des WWF sind steigende Temperaturen und eine erhöhte CO2-Konzentration dafür verantwortlich, dass Ereignisse wie Starkregen und Überschwemmungen häufiger auftreten.
In der Zukunft könnten Küstenüberschwemmungen, die früher einmal in 100 Jahren auftraten, jährlich vorkommen. Der Klimawandel hat auch zur Erhöhung der maximalen Niederschlagsmenge um 3 bis 19 Prozent beigetragen. Experten kritisieren, dass menschliche Einflüsse wie Bodenversiegelung und Flussbegradigung bei Überschwemmungen eine Rolle spielen und empfehlen ökologischere Lösungen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes.
Angesichts der aktuellen Lage ist es essenziell, dass sowohl nationale als auch internationale Hilfe aufrechterhalten wird und umfassende Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels ergriffen werden, um zukünftigen Katastrophen vorzubeugen. Die Situation in Mosambik und den Nachbarländern bleibt angespannt, während Meteorologen mit weiteren schweren Regenfällen rechnen.