Die Autokolonne des ecuadorianischen Präsidenten Daniel Noboa wurde in einem gewaltsamen Vorfall von etwa 500 Demonstranten angegriffen. Unbekannte beschossen das Fahrzeug des Präsidenten, wobei Schüsse abgefeuert und Steine geworfen wurden. Präsident Noboa blieb jedoch unverletzt, wie Umweltministerin Inés Manzano bestätigte. Das Auto wurde durch eingeschlagene Projektile und beschädigte Fenster sichtbar getroffen. Kleine Zeitung berichtet, dass die Regierung ein Video veröffentlichte, das die chaotischen Szenen zeigt, als Demonstranten nach Steinen und Ziegeln suchten und lautstark „Köpfe runter, Köpfe runter“ riefen.
Die Proteste, die zu diesem Übergriff führten, stehen im direkten Zusammenhang mit der umstrittenen Abschaffung von Diesel-Subventionen. Diese Maßnahme führte dazu, dass Unruhen im Land eskalierten. In offiziellen Mitteilungen wurde bekanntgegeben, dass Ermittlungen eingeleitet wurden, um die Umstände des Angriffs und die Schäden am gepanzerten Fahrzeug zu prüfen. Die Regierung macht auch Drogenkartelle verantwortlich, die angeblich hinter den Unruhen stecken.
Gewalt in Ecuador nimmt zu
Die Situation in Ecuador hat sich in den letzten Jahren verschärft. Das Land hat sich von einem der friedlichsten Staaten in Lateinamerika zu einem der gefährlichsten entwickelt. Laut Tagesschau infiltrieren Drogenbanden staatliche Institutionen und terrorisieren die Zivilbevölkerung. Ein Beispiel für die eskalierende Gewalt ist der Überfall auf das Nachrichtenstudio von Canal TC im Januar 2024, bei dem Geiseln genommen wurden und die Geiselnehmer Drohungen gegen den Präsidenten aussprachen.
Der ecuadorianische Präsident, der erst seit November 2023 im Amt ist, sieht sich mit der Herausforderung konfrontiert, gegen diese bedrohlichen Strukturen vorzugehen. Er kritisierte seine Vorgänger dafür, dass sie die Aktivitäten der Drogenkartelle unterschätzt hätten. Angesichts eines Gefängnisausbruchs eines prominenten Drogenbosses verhängte Noboa den Ausnahmezustand und erklärte die Drogenbanden zu Kriegsparteien, um militärisch gegen sie vorzugehen.
Die gewalttätigen Auseinandersetzungen haben historische Wurzeln, die bis zur Schließung eines US-Luftwaffenstützpunkts in Manta im Jahr 2009 zurückreichen. Trotz der Ankündigungen von Präsident Noboa gibt es Bedenken hinsichtlich der Umsetzung seiner Maßnahmen. Analyst Renato Rivera Rhon äußert Zweifel an den Erfolgsaussichten des Staates im Kampf gegen das organisierte Verbrechen.