Mit der Verabschiedung eines neuen Gesetzes zur Verbesserung der Deutschkenntnisse außerordentlicher Schüler setzt die österreichische Regierung ein starkes Signal für die Integration und Bildungsförderung. Der Gesetzesentwurf, der mit Stimmen fast aller Fraktionen angenommen wurde, sieht vor, dass Schüler, die die deutsche Sprache nicht beherrschen, ihren Anspruch auf „hitzefrei“ verlieren.
Bildungsminister Christoph Wiederkehr, der die Bedeutung von Deutschkenntnissen für die Integration betont, führt mit dieser Novelle auch eine verpflichtende Sommerschule ein. Diese Maßnahme wird ab Sommer 2026 für Schüler der Deutschförderklassen gelten und im darauffolgenden Jahr auch für Schüler in Deutschförderkursen. Die FPÖ stimmte gegen das Gesetz und äußerte Bedenken hinsichtlich der Regelungen.
Das Gesetz ist Teil einer Sammelnovelle, die weitere Änderungen im Schulbereich beinhaltet. So erhält das Bildungssystem mehr Autonomie bei der Deutschförderung. Schulen sollen effizienter arbeiten können, unter anderem durch Administrative Vereinfachungen, wie etwa einem einzigen verpflichtenden MIKA-D-Test zur Sprachstandsfeststellung.
Stufenweise Einführung der Sommerschule
Die verpflichtende Sommerschule startet in zwei Stufen. Im ersten Jahr sind rund 26.000 Schüler aus Deutschförderklassen betroffen, während ab Sommer 2027 auch etwa 23.000 Schüler in Deutschförderkursen teilnehmen müssen. Kritiker, darunter die Grünen, haben bereits Bedenken hinsichtlich dieser schrittweisen Einführung geäußert. Betrachtet man die aktuellen Teilnehmerzahlen der Sommerschule, so nahmen im letzten Jahr nur rund 7.900 außerordentliche Schüler freiwillig teil. Um das neue System umzusetzen, werden insgesamt 40.000 zusätzliche Plätze benötigt.
Die Sommerschule wurde ursprünglich 2020 als Reaktion auf coronabedingte Lernrückstände eingeführt. Das Angebot steht mittlerweile auch Schülern mit besonderen Interessen und Begabungen offen, was seit 2022 zu einer Gesamtzahl von 41.100 Nutzern geführt hat. Die Bundesregierung plant, die Zahl der Planstellen für Deutschförderung massiv zu erhöhen – von derzeit 577 auf über 1.324 bis zum Schuljahr 2025/26.
Verbesserte Rahmenbedingungen
Die neuen Maßnahmen umfassen auch eine dauerhafte Erhöhung des Budgets für die Deutsche Förderung um jährlich rund 62 Millionen Euro, was insgesamt zu einer jährlichen Gesamtsumme von ca. 108 Millionen Euro führt. Ziel dieser Investitionen ist es, Bildungs- und Chancengerechtigkeit für alle Schüler zu fördern. Zudem wird die Vergabe der Mittel stärker am tatsächlichen Bedarf ausgerichtet, um den spezifischen Anforderungen an den Schulen gerecht zu werden.
Diese umfassenden Maßnahmen haben das Ziel, die Deutschkenntnisse in der Bevölkerung zu verbessern, was für den schulischen Erfolg und die gesellschaftliche Teilhabe unerlässlich ist. Besonders unter den Schulanfängern bedarf es intensiver Deutschförderung. Laut aktuellen Schätzungen benötigen über 23 % der ersten Klassen an Volksschulen Unterstützung.
Während die politischen Reaktionen auf die verschiedenen Maßnahmen variieren – von Zustimmung durch die NEOS bis hin zu Kritik von der FPÖ – bleibt die zentrale Frage, wie effizient die neuen Regelungen umgesetzt werden können, um den zahlreichen Herausforderungen im Bildungsbereich zu begegnen.