
Am 2. April 2025 traf Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen in Grönland ein, nur fünf Tage nach dem Besuch des US-Vizepräsidenten J.D. Vance. Frederiksen brachte eine deutliche Botschaft mit: „Die USA werden Grönland nicht übernehmen. Grönland gehört den Grönländern.” Dieser Standpunkt soll in den kommenden Tagen gemeinschaftlich von Dänemark und Grönland kommuniziert werden. Ihr Besuch findet in einem angespannten geopolitischen Kontext statt, da US-Präsident Donald Trump zuletzt wiederholt Interesse an einer Übernahme Grönlands bekundete.
Die dänische Ministerpräsidentin wurde von Múte B. Egede, dem scheidenden Regierungschef Grönlands, und dessen Frau herzlich empfangen. Während ihres dreitägigen Aufenthalts plant Frederiksen, mit führenden grönländischen Politikern Gespräche zu führen. Sie betont die Notwendigkeit eines Zusammenhalts innerhalb der dänischen Reichsgemeinschaft, um den Druck aus den USA standzuhalten. Trotz der eigenen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten ist Frederiksen gefordert, einen Mittelweg zu finden, der die Selbstbestimmung Grönlands respektiert.
Die strategische Bedeutung Grönlands
Die Beziehungen zwischen Grönland und den USA sind historisch von strategischem Interesse geprägt. Grönland ist ein autonomes Territorium Dänemarks mit etwa 50.000 Einwohnern und genießt seit der offiziellen Dekolonisierung im Jahr 1953 eine weitreichende Autonomie. Die militärische Präsenz der USA in Grönland geht zurück auf die Zeit des Zweiten Weltkriegs, als amerikanische Basen zur Kontrolle des Atlantiks eingerichtet wurden.Wikipedia berichtet, dass die USA auch nach dem Kalten Krieg ihre Militärbasen in Grönland verringerten, jedoch 2019 und 2024 neues Interesse an Grönland zeigten, als Trump den Kauf des Gebiets vorschlug.
Frederiksen steht nicht nur vor der Herausforderung, die Beziehungen zu den USA zu wahren, sondern muss auch der grönländischen Bevölkerung gerecht werden, die in ihrer Mehrheit eine Teilhabe an den USA ablehnt. Während Dänemark seine militärischen Investitionen in Grönland erhöht und Allianzen verstärkt, strebt Grönland gemäß seines Wunsches nach wirtschaftlicher Unabhängigkeit und neuen Handelspartnern.
Kritik und politische Dynamik
Ihr Besuch kommt auch unter kritischer Beobachtung, da die neue Regierungskoalition unter Jens-Frederik Nielsen offiziell noch nicht im Amt ist. Dennoch äußerte Nielsen seine Vorfreude auf Frederiksens Reise. Es bleibt abzuwarten, ob ihre Gespräche zu einem stabilen Gleichgewicht zwischen den Interessen Grönlands, Dänemarks und der USA führen werden.
In der aktuellen politischen Landschaft wird deutlich, dass der Druck aus Washington auf Grönland anhält, während gleichzeitig die grönländische Bevölkerung und die dänische Regierung betonen müssen, dass Entscheidungen über die Zukunft Grönlands letztlich bei den Grönländern liegen.
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