Am 21. Jänner 2026 ereignete sich im Gazastreifen ein verheerender Angriff, bei dem elf Menschen, darunter zwei Kinder und drei Journalisten, ihr Leben verloren. Laut den Rettungskräften war das Ziel der israelischen Militäraktion ein palästinensischer Kämpfer, der als Bedrohung identifiziert wurde. Dies geschah trotz einer geltenden Waffenruhe, die seit Oktober 2023 zwischen Israel und der Hamas besteht und zwei Jahre nach dem gewaltsamen Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 in Kraft trat.
Die israelische Armee gab an, dass die Angriffe auf drei Verdächtige zielten, die eine Drohne der Hamas steuerten. Augenzeugen berichteten, dass die Männer zum Zeitpunkt des Angriffs beim Filmen einer Verteilung humanitärer Hilfe in einem Fahrzeug unterwegs waren. Das Hamas-Zivilschutz sprach von einem gezielten Drohnenangriff auf ein ziviles Ziel und bestätigte die hohe Zahl an zivilen Opfern.
Opfer unter Journalisten
Unter den getöteten Journalisten befand sich ein freier Mitarbeiter der französischen Nachrichtenagentur AFP, der seit 2024 als Foto- und Videojournalist tätig war. Zu dem Zeitpunkt des Angriffs arbeitete er nicht im Auftrag von AFP. Sein letzter Bericht wurde am Montag veröffentlicht. Insgesamt sind seit Inkrafttreten der Waffenruhe über 460 Palästinenser und drei israelische Soldaten ums Leben gekommen. Die gegenseitigen Vorwürfe zwischen Israel und Hamas über Verstöße gegen die Waffenruhe verschärfen die Lage weiter.
Die anhaltenden Konflikte führen auch zu einer zunehmenden militärischen Präsenz Israels im Gazastreifen, was viele palästinensische Familien zur Flucht zwingt. Friedensforscherin Dr. Claudia Baumgart-Ochse, die am Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung arbeitet, betont die traumatisierenden Gewalterfahrungen, die auf beiden Seiten zu spüren sind. Während die Israelis den Überfall der Hamas erlebten, leidet der Gazastreifen unter den Nachwirkungen von zwei Jahren Krieg, der in einer katastrophalen humanitären Lage gipfelt.
Waffenruhe und Friedensprozess
Die Waffenruhe wird als erster Schritt auf dem Weg zu einem umfassenden Friedensprozess angesehen, der jedoch zahlreiche Herausforderungen mit sich bringt. Es bestehen grundlegende Fragen zur Entwaffnung der Hamas und dem langfristigen Rückzug der israelischen Truppen aus dem Gazastreifen. Diese Themen werden im Zusammenhang mit dem von den USA unterstützten Friedensplan erörtert, der in mehrere Phasen unterteilt ist. Die aktuelle Phase sieht die Ausarbeitung einer technokratischen Übergangsregierung vor, um die Verwaltung des Gazastreifens zu übernehmen und den Wiederaufbau zu ermöglichen.
Die neue Übergangsregierung, die aus 14 palästinensischen Technokraten besteht, wurde bereits gebildet. Unter der Führung von Ali Schaath, der auch früher ein Mitglied der Palästinensischen Autonomiebehörde war, zielt diese Verwaltung darauf ab, die Grundversorgung im Gazastreifen sicherzustellen. Während die Hamas und die palästinensische Autonomiebehörde die Zusammensetzung der Regierung unterstützen, bleibt unklar, wie eine zukünftige Zusammenarbeit aussehen kann und welche Rolle die Palästinensische Autonomiebehörde langfristig spielen wird.
Zusammenfassend ist die Situation im Gazastreifen durch anhaltende Gewalt und schwerwiegende humanitäre Notlagen geprägt. Die internationale Gemeinschaft wird aufgefordert, zur Stabilität beizutragen, während der Druck der USA als entscheidender Faktor für den zukünftigen Friedensprozess gilt. Trotz gewisser Fortschritte bleibt die humanitäre Lage im Gazastreifen verheerend, und es bestehen noch viele offene Fragen zu den nächsten Schritten.
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