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In Brasilien wurde eine Festnahme im Fall einer Familie vorgenommen, die an Heiligabend nach dem Verzehr eines mit Arsen versetzten Kuchens vergiftet wurde. Bei dem Vorfall in der Stadt Torres, im Süden des Bundesstaates Rio Grande do Sul, starben drei Personen und drei weitere wurden ins Krankenhaus eingeliefert.
Der Hauptverdächtige und die Umstände des Vorfalls
Bei einer Pressekonferenz am Montag bestätigte die Zivilpolizei von Rio Grande do Sul, dass die Schwiegertochter eines der Opfer die Hauptverdächtige ist. Den Ermittlungen zufolge befanden sich sieben Personen im Raum, als der Kuchen serviert wurde. Eine Person aß den Kuchen nicht, während die anderen sechs, die es taten, hospitalisiert werden mussten. Die drei Frauen, die ums Leben kamen, sind die Schwestern Maida und Neuza sowie Neuza's Tochter, Tatiana.
Hintergründe zur Festnahme
Die Verdächtige, die am Sonntag verhaftet wurde, ist die Schwiegertochter von Zeli dos Anjos, der 60-jährigen Frau, die den Kuchen zubereitete. Laut CNN Brasil gab es seit über zwei Jahrzehnten Streitigkeiten zwischen der Verdächtigen und ihrer Familie. Sie wird wegen dreifachen Mordes sowie dreifacher versuchter Tötung angeklagt.
Medizinische Erkenntnisse und toxikologische Analysen
Dos Anjos befindet sich derzeit auf der Intensivstation, ebenso wie ihr 10-jähriger Großneffe. Die Polizei stellte fest, dass in den Körpern der drei verstorbenen Frauen hohe Mengen an Arsen nachgewiesen werden konnten, wobei expertentechnische Analysen hohe Werte in deren Urin und Magenproben zeigten. „Die Arsenwerte in diesen Proben sind so hoch, dass sie als giftig und tödlich eingestuft werden. Das erklärt die Todesursache“, sagte Marguet Mittmann, Direktorin des Generalinstituts für Expertise, eines Sicherheitsorgans, das mit der Polizei zusammenarbeitet, während der Pressekonferenz.
Kritische Maße des Arsens
Die Opfer wiesen erhebliche Arsenkonzentrationen auf: Diejenige mit dem niedrigsten Wert hatte immer noch das 80-fache der in Lebensmitteln erlaubten Menge, während das Opfer mit der höchsten Konzentration das 350-fache aufwies. „Diese Konzentrationen sind so hoch, dass man sie nicht als natürliche Kontamination betrachten kann“, ergänzte Mittmann.
Ergebnisse der toxikologischen Untersuchungen
Die Polizei bestätigte zudem, dass das Gift in den Kuchen durch das Mehl, das zu seiner Zubereitung verwendet wurde, eingemischt wurde, wodurch die Möglichkeit einer Lebensmittelvergiftung ausgeschlossen werden kann. Analysen der Proben ergaben, dass die größte Menge an Arsen, die im verwendeten Mehl nachgewiesen wurde, 2.700-mal höher lag als der erlaubte Grenzwert. Experten kommen daher zu dem Schluss, dass das Mehl die Quelle der Kontamination war.
CNN’s Michael Rios und Ju Faddul haben zu diesem Bericht beigetragen.
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