
Im Phoenix-Viertel der Stadt kam es am heutigen Tag zu einer massiven Auseinandersetzung zwischen Gruppen junger Menschen, die Polizei wurde mit einem Großaufgebot gerufen. Wie exxpress.at berichtet, trugen einige Beamte Maschinenpistolen zur eigenen Sicherheit, da die Vorfälle auf wiederholte blutige Auseinandersetzungen in der Vergangenheit hinweisen. Besonders tumultartige Szenen spielten sich vor einem türkischen Restaurant ab, an denen etwa 40 Personen beteiligt waren. Die Auseinandersetzung fand mit Fäusten, Stöcken, Stühlen und Flaschen statt.
Die Polizei konnte schnell eingreifen und mehrere Beteiligte festnehmen. Alle Festgenommenen wurden zudem erkennungsdienstlich erfasst, wobei fünf Minderjährige auf die Wache gebracht wurden. Die Ermittlungen zu den genauen Hintergründen der gewaltsamen Auseinandersetzung laufen noch. Die Polizei vermutet, dass die Prügelei auf „Beziehungsprobleme“ zurückzuführen ist, die letztlich eskalierten.
Zusammenhänge zur Jugendkriminalität
Die Vorfälle im Phoenix-Viertel werfen Fragen zur Jugendkriminalität auf. Laut bpb.de ist Jugendkriminalität ein Phänomen, das überwiegend männlich ist und nicht nur Minderheiten betrifft. Große Teile der Jugendlichen geben an, ihr strafbares Verhalten mit dem Erwachsenwerden einzustellen. Die meisten kriminellen Handlungen sind dabei eher leicht und werden oft nicht als schwerwiegende Delikte kategorisiert.
Statistiken zeigen, dass viele Jugendliche, insbesondere Jungen, bereits mit 13 bis 18 Jahren in Konflikt mit dem Gesetz stehen. Die Duisburger Längsschnittstudie hat ergeben, dass 84% der Jungen und 69% der Mädchen in diesem Alter mindestens einmal straffällig wurden. Gewaltdelikte gehören allerdings nicht zu den häufigsten Arten von Straftaten, und insgesamt ist die Jugendkriminalität in den letzten Jahren gesunken, was auch durch die Covid-19-Pandemie verstärkt wurde.
In den Kriminalstatistiken fällt ebenfalls auf, dass ein erheblicher Teil der Tatverdächtigen ausländischer Herkunft ist. Während 12,7% der strafmündigen Wohnbevölkerung Ausländer sind, macht dieser Personenkreis 33,9% der Tatverdächtigen aus. Diese Überrepräsentation erklärt sich durch vielfältige soziale und wirtschaftliche Faktoren, wie das berichtet. Gewalt unter Jugendlichen ist zwar ein ernstes Problem, die meisten von ihnen sind jedoch eher Opfer als Täter von Gewalt, besonders im familiären Kontext.
Präventionsmaßnahmen müssen sich auf soziale Integration konzentrieren und zielen darauf ab, Risikofaktoren zu bekämpfen, statt sich ausschließlich auf repressive Maßnahmen zu stützen. Die Herausforderungen, denen sich die Gesellschaft gegenübersieht, erfordern ein differenziertes Verständnis von Jugendkriminalität und ihren Ursachen.
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