US-Präsident Donald Trump hat während seiner Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos am 21. Jänner 2026 erneut betont, dass die USA Grönland erwerben möchten. In einem bemerkenswerten Moment der Verwirrung verwechselte Trump Grönland mehrfach mit Island, als er seine Argumente vorbrachte. „Ich habe der NATO immer geholfen, und sie mochten mich, bis ich sie vor kurzem auf Island angesprochen habe“, sagte er. Zudem äußerte er, die NATO wäre in Island nicht für die USA da und machte den verheerenden Zustand der Aktienmärkte für die Lage in Island verantwortlich, was viele Anwesende über seine geographischen Kenntnisse nachdenken ließ.

In Bezug auf Grönland bezeichnete Trump die Insel als „einen Brocken Eis“ und erklärte die strategischen Gründe für den Erwerb damit, dass die USA das Land „haben wollen, einschließlich aller Eigentumsrechte und Rechtsansprüche“. Er wies darauf hin, dass man Grönland nicht auf der Grundlage eines Pachtvertrags verteidigen könne und erinnerte daran, dass die USA Grönland im Zweiten Weltkrieg gegen Deutschland verteidigt hätten. Nach dem Krieg sei Grönland dann an Dänemark zurückgegeben worden, was Trump als fragwürdig anzusehen schien.

Geopolitische Spannungen und strategische Bedeutung

Grönland hat seit Jänner 2023 eine erhöhte internationale Bedeutung erlangt, insbesondere aufgrund seiner strategischen Lage und reichen Ressourcen. Trump hat die fortwährenden Forderungen nach einer US-Übernahme jedoch nicht einfach aus wirtschaftlichen Überlegungen heraus formuliert. Es ist auch ein politisches Thema, das die Beziehungen zwischen Washington und den europäischen NATO-Verbündeten belastet. Nach einem US-Einsatz in Venezuela hat Trump seine Rhetorik zur nationalen Sicherheit in Bezug auf Grönland verstärkt.

Die Insel, mit 2,16 Millionen Quadratkilometern und einer Bevölkerung von 56.000, ist überwiegend von Inuit bewohnt und die Wirtschaft basiert hauptsächlich auf Fischerei. Trotz des strategischen Interesses an Grönland zeigen Umfragen, dass die Mehrheit der Grönländer und Amerikaner gegen eine Übernahme durch die USA ist. Proteste in Grönland und Dänemark, die Millionen für Dänemark betonen, haben Trumps aggressive Pläne aufgezeigt. Grönlands Premierminister bezeichnete die US-Rhetorik als „völlig inakzeptabel“ und respektlos.

Rohstoffe und militärische Präsenz

Immer wieder wird die Möglichkeit thematisiert, dass Grönland Ressourcen wie Öl, Gas und seltene Erden bietet. Trump selbst hat diese Bedeutung jedoch relativiert und behauptet, dass es so viele dieser Rohstoffe gebe, dass sie gar nicht als „selten“ angesehen werden sollten. Dennoch haben Berater der Amerikaner betont, dass die Strategie für Grönland weitreichende militärische und wirtschaftliche Implikationen hat.

Die geopolitische Konkurrenz in der Arktis zwischen den USA, China und Russland verschärft sich weiter. Russland hat, wie Dr. Michael Paul von der Stiftung Wissenschaft und Politik hervorhebt, ein deutliches militärisches Übergewicht in der Region durch die Aufrüstung seiner Streitkräfte und die Bereitstellung einer Flotte von über 40 Eisbrechern, während die USA lediglich zwei besitzen. Diese Situation wirft die Frage auf, ob die USA Grönland benötigen, um ihre militärischen Kapazitäten in der Arktis zu erweitern oder ob andere Strategien vorzuziehen wären.

Die Diskussion um Grönland ist nicht nur ein Wettrennen um Ressourcen, sondern auch ein Beispiel für die komplexen geopolitischen Herausforderungen, mit denen die Welt derzeit konfrontiert ist. Während Trump fest an seiner Vision für die Insel festhält, bleibt abzuwarten, wie sich die internationale Gemeinschaft und insbesondere die Grönländer entscheiden werden.