Politik

SPÖ-Schieder/Regner: Große Konzerne müssen für Ausbeutung von Umwelt und Menschen haften

Die SPÖ-Spitzenkandidaten für die Europawahl, Andreas Schieder und Evelyn Regner, haben die finale Einigung auf das EU-Lieferkettengesetz begrüßt. Sie sehen darin einen Paradigmenwechsel, um große Unternehmen zur Einhaltung von Arbeitnehmer- und Umweltrechten zu verpflichten. Das Gesetz soll sicherstellen, dass auch Privatpersonen für Schäden, die sie verursachen, haften und multinationalen Konzernen nicht länger die Ausbeutung von Mensch und Umwelt erlauben.

Die SPÖ-Europaabgeordneten kritisieren die Blockadehaltung der ÖVP, insbesondere von Arbeitsminister Kocher, der sich gegen das Gesetz gestellt hatte. Sie sehen darin eine Gefälligkeit gegenüber den Interessen großer Konzerne, anstatt den Schutz der Umwelt und die Wahrung von Arbeitnehmerrechten zu priorisieren. Dennoch konnten sie die Verabschiedung des Gesetzes nicht verhindern. Die SPÖ hätte sich niedrigere Schwellenwerte und strengere Bestimmungen für Hochrisikosektoren gewünscht, betrachtet die Einigung jedoch als ersten Schritt zur Stärkung der Verantwortung von Unternehmen entlang der gesamten Lieferkette. Die SPÖ tritt am 9. Juni an, um ein gerechtes Europa zu schaffen.

Das neue Lieferkettengesetz wird große Auswirkungen auf Unternehmen in Österreich haben. Viele österreichische Unternehmen sind Teil globaler Lieferketten und werden nun zur Einhaltung von Arbeitnehmer- und Umweltrechten entlang ihrer Lieferkette verpflichtet. Dies könnte zu umfangreichen Änderungen in den Unternehmenspraktiken führen und eine größere Verantwortung für die Einhaltung von Menschenrechten und Arbeitsnormen bedeuten.

Das EU-Lieferkettengesetz wird auch dazu beitragen, die Position von Arbeitnehmer:innen in Österreich und anderen EU-Ländern zu stärken. Das Gesetz zielt darauf ab, Ausbeutung und Verletzungen von Menschenrechten in der Lieferkette zu verhindern. Es wird den Arbeitnehmer:innen ermöglichen, ihre Rechte besser durchzusetzen und für Verstöße in den internationalen Lieferketten multinationaler Unternehmen verantwortlich zu machen.

Historisch gesehen steht Österreich bereits seit langem im Fokus des internationalen Handels. Das Land ist Mitglied der Europäischen Union und hat eine gut etablierte Geschäftsinfrastruktur. Österreichische Unternehmen haben einen soliden Ruf für Qualität und Zuverlässigkeit. Durch das EU-Lieferkettengesetz wird nun Verantwortung und Transparenz entlang der Lieferkette gefordert und Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre Zulieferer faire Arbeitsbedingungen und Umweltstandards einhalten.

Um den Kontext und die möglichen Auswirkungen des EU-Lieferkettengesetzes in Österreich besser zu verstehen, kann die folgende Tabelle hilfreich sein, die Informationen über einige große österreichische Unternehmen und ihre internationale Präsenz liefert:

| Unternehmen | Internationale Präsenz |
|-------------------|---------------------------------------|
| OMV | Aktiv in über 30 Ländern weltweit |
| voestalpine | Produktionsstandorte in über 50 Ländern|
| Red Bull | Vertrieb in über 170 Ländern |
| Wienerberger | Produktionsstandorte in über 30 Ländern|
| Erste Group Bank | Geschäftsstellen in 7 Ländern |

Diese Unternehmen werden nun dazu aufgefordert sein, sicherzustellen, dass ihre internationalen Lieferketten den Anforderungen des neuen Gesetzes entsprechen und faire Arbeitsbedingungen sowie Umweltstandards einhalten.

Insgesamt wird erwartet, dass das EU-Lieferkettengesetz in Österreich zu einer erhöhten Verantwortung und Transparenz in der gesamten Supply Chain führen wird. Unternehmen in Österreich müssen ihre Geschäftspraktiken anpassen, um die Bestimmungen des Gesetzes zu erfüllen und sicherzustellen, dass sie Menschenrechte und Umweltschutz respektieren. Dies wird sowohl für Unternehmen als auch für Arbeitnehmer:innen in Österreich und in anderen Teilen der Welt positive Auswirkungen haben.



Quelle: SPÖ Pressedienst / ots

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