Am 24. Jänner 2026 kam es in Minneapolis zu einem tragischen Vorfall, als ein Beamter der US-Einwanderungsbehörde ICE einen 37-jährigen weißen US-Staatsbürger erschoss. Der Mann war während des Einsatzes gegen illegale Migranten mit einer Faustfeuerwaffe und zwei Magazinen bewaffnet. Das US-Heimatschutzministerium bezeichnete die Schüsse als „defensive Schüsse“, was jedoch nicht ohne Kritik blieb. Gouverneur Tim Walz wandte sich direkt an US-Präsident Donald Trump und forderte den sofortigen Abzug der ICE-Beamten, die er als „gewalttätig und nicht ausgebildet“ einstuft. Auch Bürgermeister Jacob Frey unterstützte diese Forderung.

Der Polizeichef von Minneapolis, Brian O’Hara, stellte fest, dass der erschossene Mann eine Waffenbesitzkarte hatte. Der Vorfall hat eine Kette von Protesten ausgelöst, bei denen Tausende Menschen, trotz extremer Kälte von bis zu -23 Grad Celsius, gegen die Politik der ICE demonstrierten. Proteste fanden sowohl in Minneapolis als auch in St. Paul statt, darunter eine bedeutende Demonstration am Flughafen Minneapolis-St. Paul. Viele Restaurants und Geschäfte schlossen an diesem Tag ihre Türen.

Proteste und Festnahmen

Bei den Protesten wurden mehrere Menschen festgenommen, darunter eine Anwältin für Bürgerrechte und rund hundert Geistliche, die sich für die Rechte der Migranten einsetzten. Unter den Festgenommenen befand sich auch Pastorin Mariah Funess Tollgaard, die betonte, dass jeder Mensch Würde und Sicherheit verdient. Die Wut der Demonstranten wurde durch die Festnahme eines fünfjährigen Jungen namens Liam Conejo Ramos angeheizt, dessen Bild während der Proteste für empörte Reaktionen sorgte. Liam und sein Vater waren in der Einfahrt ihres Hauses von ICE-Beamten festgenommen worden.

Politiker wie Kamala Harris und Hillary Clinton kritisierten das Vorgehen der ICE scharf. Die Festnahme des Jungen und die Schüsse auf den unbewaffneten Mann trugen zur allgemeinen Empörung bei. US-Vizepräsident JD Vance verteidigte hingegen das Vorgehen der ICE und erklärte, Liam sei nicht verhaftet, sondern mit seinem Vater in Gewahrsam genommen worden. Die Vorfälle nehmen zu der ohnehin ohnehin angespannten Situation zwischen der Bevölkerung und der US-Einwanderungspolizei ICE in Minnesota eine gefährliche Wendung.

Hintergrund und Konsequenzen

Die Proteste und die aggressive Vorgehensweise der ICE sind nicht neu. Seit Beginn der verstärkten ICE-Einsätze in Minnesota wurden bereits rund 3.000 Menschen festgenommen. Der Bundesstaat Minnesota hat Klage gegen die Trump-Regierung eingereicht, in Anbetracht des harten Vorgehens der ICE, die seit 2003, nach den Terroranschlägen vom 11. September, als Teil des Heimatschutzministeriums agiert. Ihre Hauptaufgabe besteht in der Festnahme und Abschiebung von Migranten ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung, wobei immer wieder von unangemessener Gewalt und unzureichender Ausbildung der Beamten berichtet wird.

Die verstärkten Maßnahmen zur Kontrolle und Abschiebung von Migranten unter der Trump-Regierung haben nicht nur Effekte auf die Einwanderungslandschaft, sondern auch auf die Beziehungen zwischen Bundesbehörden, Staaten und lokalen Gemeinden. Die Ereignisse des 24. Jänner und die damit verbundenen Proteste könnten als Wendepunkt in der Beziehung zwischen der Bevölkerung von Minnesota und der ICE angesehen werden. Forderungen nach einer unabhängigen Untersuchung des Vorfalls sowie dem Abzug der ICE-Beamten aus Minnesota werden zunehmend laut.

Die Berichterstattung über diese Vorfälle und deren Auswirkungen wird weiter von Seiten der Medien verfolgt. Beobachter und Analysten sind sich einig, dass die Situation in Minnesota ein Beispiel für die größere Problematik der US-Migrationspolitik und der praktischen Auswirkungen der ICE-Aktivitäten darstellt. Inmitten dieses Chaos bleibt die Frage offen, wie es mit der US-Einwanderungspolitik weitergehen wird.

Für weitere detaillierte Informationen zu den Geschehnissen lesen Sie die Berichte auf Vienna.at, n-tv.de und ZDF Heute.