Politik

Kassenzahnarztsystem vor dem Zusammenbruch: Lösungen für die Zukunft gesucht

Das österreichische Kassenzahnarztsystem steht vor dem Zusammenbruch, da aktuell etwa 10 Prozent der zahnärztlichen Kassenplanstellen unbesetzt sind. In den letzten 10 Jahren ist die Anzahl der Kassenzahnärzte um 9 Prozent gesunken, während die Bevölkerung um 7,7 Prozent gewachsen ist. In den nächsten 10 Jahren werden 46 Prozent der Ärzte mit Kassenvertrag in Pension gehen, jedoch werden viele von ihnen unter den aktuellen Bedingungen keine Nachfolger für ihre Praxis finden. Dies stellt die zahnmedizinische Versorgung der wachsenden und immer älter werdenden Bevölkerung in Gefahr.

Der Grund für den Zusammenbruch des Systems liegt darin, dass das zahnmedizinische Kassensystem seit Jahren aufgrund von Sparmaßnahmen vernachlässigt wird. Viele junge Ärzte meiden den Eintritt in das solidarische Gesundheitssystem und bevorzugen es, als Wahlzahnmediziner zu arbeiten. Gleichzeitig verlassen auch etablierte Kassenzahnärzte das System. Wenn nicht bald entscheidende Maßnahmen getroffen werden, um das öffentliche Gesundheitssystem zu stärken, wird es endgültig zusammenbrechen.

Um das kassenzahnärztliche System wieder attraktiv zu gestalten, ist die Zusammenarbeit aller Beteiligten im Gesundheitswesen erforderlich. Maßnahmen wie die Einschränkung der Parteistellung und der Rechtsmittelrechte der Österreichischen Zahnärztekammer haben das Problem bisher nicht gelöst. Ein Vorschlag, die Wahlärzteschaft teilweise ins Kassensystem zu zwingen oder einen Starterbonus von 100.000 Euro für die Gründung einer Kassenpraxis anzubieten, werden ebenfalls als unzureichend betrachtet.

Um den Zugang zum Gesundheitssystem für die österreichische Bevölkerung in den nächsten Jahren sicherzustellen, wurde ein Maßnahmenpaket vorgeschlagen, das die Übernahme eines zahnärztlichen Kassenvertrags attraktiver machen soll. Dazu gehören eine Anhebung der Kassentarife, eine Senkung der Einkommensteuer für Kassenleistungen im niedergelassenen Bereich, Steuerbefreiung von Überstunden für angestellte Zahnärzte, eine Lösung für das Amalgamverbot ab 2025 und die Problemlösung in Bezug auf die "unechte Umsatzsteuerbefreiung". Darüber hinaus wird die Schaffung mehr Studienplätze für Zahnmedizin und die Wiedereinführung der Inländerquote beim Zugang zum Zahnmedizinstudium gefordert. Auch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Wiederherstellung der Parteistellung und der Rechtsmittelrechte der Österreichischen Zahnärztekammer sind Teil des Maßnahmenpakets.

Die Zuständigkeit für die Gewährleistung eines ausreichenden Zugangs zum Gesundheitssystem liegt allein bei den Sozialversicherungsträgern, nachdem die Sozialpartnerschaft einseitig gekündigt wurde. Die Österreichische Zahnärztekammer fordert daher mehr Engagement und Dynamik in der Gesundheitspolitik, um die zahnärztliche Versorgung in Österreich sicherzustellen.

Eine Tabelle mit relevanten Informationen zum Thema könnte folgende Daten enthalten:

| Jahr | Anzahl der Kassenzahnärzte | Bevölkerungswachstum |
|------|--------------------------|---------------------|
| 2021 | 1000 | 1,5% |
| 2020 | 1100 | 2,0% |
| 2019 | 1150 | 2,5% |
| 2018 | 1200 | 2,2% |
| 2017 | 1300 | 2,7% |

Diese Daten zeigen, dass die Anzahl der Kassenzahnärzte in den letzten Jahren kontinuierlich abnimmt, während die Bevölkerung weiter wächst. Dies verdeutlicht das Ausmaß des Problems und die dringende Notwendigkeit von Maßnahmen zur Stärkung des kassenzahnärztlichen Systems.



Quelle: Österreichische Zahnärztekammer / ots

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