Am 9. Februar 2026 eröffnete die US-Rockband Green Day die Super Bowl-Show in San Francisco, die im Vorfeld als Anti-Trump-Event bezeichnet wurde. Diese Veranstaltung fand im Levi’s Stadium statt, einer Region, in der Donald Trump bei den letzten Wahlen 68,04 % der Stimmen erhielt, was unter dem kalifornischen Durchschnitt liegt. Die Wahl San Franciscos als Austragungsort verdeutlicht die liberale Ausrichtung der Stadt und der NFL, die sich zunehmend um eine Diversifizierung ihrer Zielgruppe bemüht, insbesondere um die lateinamerikanische Community. In diesem Kontext plant die Liga auch international zu expandieren, mit Spielen in Städten wie Mexiko-Stadt und Rio de Janeiro in der kommenden Saison.

Green Day, bekannt für ihre Kritik an Trump und der Einwanderungsbehörde ICE, trat vor dem eigentlichen Super Bowl auf. Erwartet wurde eine klare politische Aussage, auf die die Zuschauer jedoch vergeblich hofften. Die Band spielte ein Mashup ihrer bekanntesten Songs, darunter „Holiday“, „Boulevard of Broken Dreams“ und „American Idiot“. Interessanterweise wurde die kritische Textzeile des Songs „American Idiot“, die sich gegen die „MAGA-Agenda“ richtet, übersprungen. Diese Entscheidung könnte auf den Wunsch der NFL zurückzuführen sein, politische Kontroversen zu vermeiden, was die heutige Marktdynamik widerspiegelt.

Politische Statements fehlen

Auf den Auftritt von Green Day folgte eine Darbietung der LGBTQ-Aktivistin Brandi Carlile, die „America the Beautiful“ sang. Auch bei ihrem Auftritt gab es keine sichtbaren politischen Botschaften. Die NFL scheint sich bewusst um die neutralere Außendarstellung ihrer Künstler zu bemühen, um keine weiteren Spannungen mit politisch aktiven Künstlern oder der Regierung zu riskieren. Früher hatte Billie Joe Armstrong, der Frontmann von Green Day, in Auftritten die Politik des ehemaligen Präsidenten heftig kritisiert und in seinen Liedern auf Missstände hingewiesen.

Donald Trump entschied sich, im Gegensatz zum Vorjahr, nicht am Super Bowl teilzunehmen, was viele als seine Reaktion auf die sich verändernde Stimmung in den USA und insbesondere in tiefblau gefärbten Städten wie San Francisco deuten. In Ergänzung zu den Ereignissen rund um den Super Bowl äußerte Trump Drohungen gegenüber Bad Bunny, dem Künstler der Halbzeitshow, der sich ebenfalls kritisch über die Praktiken der Einwanderungsbehörde geäußert hat. Die NFL steht in einem Spannungsfeld zwischen der politischen Realität und dem Ziel, neue Märkte zu erschließen.

Obwohl die große Bühne des Super Bowls oft für politische Botschaften genutzt wird, blieben solche Nachrichten in dieser Auflage aus. Die Strategie der NFL, künstlerische Leistungen zu fokussieren, könnte langfristig jedoch zu einem höheren finanziellen Nutzen führen, besonders wenn man die Reaktionen des Publikums in verschiedenen Communities in Betracht zieht.