In den vergangenen Wochen hat ein neuer TikTok-Trend für Besorgnis gesorgt. Gel-Stressbälle und -würfel, die bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen beliebt sind, haben zu gefährlichen Situationen geführt, insbesondere wenn sie in der Mikrowelle erhitzt werden. Laut Kurier kam es in den USA zu mehreren Verletzungsfällen, darunter ein schwerer Vorfall, bei dem ein neunjähriger Junge aus Illinois mit Verbrennungen zweiten Grades ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Er hatte versucht, seinen Gelwürfel in der Mikrowelle zu erhitzen, um ihn biegsamer zu machen. Dieses Experiment endete in einer Explosion des Würfels, die zu gravierenden Verletzungen im Gesicht und an den Händen des Jungen führte.
Obwohl sein Sehvermögen nicht beeinträchtigt wurde und er nach zwei Tagen aus dem Krankenhaus entlassen werden konnte, ist dieser Vorfall nur einer von mehreren dokumentierten Fällen. Kelly McElligott, eine Fachkraft vom Verbrennungszentrum von Loyola Medicine, berichtete von insgesamt vier ähnlichen Vorfällen. Ein weiterer schwerer Fall aus Oregon betraf einen siebenjährigen Jungen, der sich nach dem Erhitzen eines Gelspielzeugs einer Hauttransplantation unterziehen musste. McElligott warnt eindringlich davor, diese Spielzeuge zu erhitzen, da dies unabhängig von der Methode, sei es in der Mikrowelle oder mit heißem Wasser, gefährlich ist.
Die Gefahren von TikTok-Trends
Die Gefahren, die von solchen Trends ausgehen, sind nicht neu. Andere beliebte Herausforderungen auf TikTok, wie z.B. „Dry-Scooping“ und die „Cinnamon-Challenge“, haben ebenfalls zu gesundheitlichen Risiken geführt. Bei „Dry-Scooping“ nehmen Sportler Proteinpulver ohne Wasser ein, was zu ernsten gesundheitlichen Problemen führen kann. t-online berichtet von einer TikTokerin, die aufgrund des Konsums von trockenem Koffeinpulver wegen eines Herzinfarktes behandelt werden musste. Verbraucherschützer fordern einen besseren Schutz für Kinder und Jugendliche vor diesen schädlichen Inhalten, und die Europäische Kommission hat bereits Verfahren gegen TikTok eingeleitet, um die psychische Gesundheit von Minderjährigen zu schützen.
Trotz der Richtlinien von TikTok, die gefährliche Aktivitäten nicht fördern dürfen, bleibt es fraglich, warum viele dieser Trends weiterhin zirkulieren. Die Plattform betont zwar, dass die Sicherheit der Nutzer höchste Priorität hat, doch gibt es Bedenken hinsichtlich der Umsetzung dieser Richtlinien. Immer mehr Nutzer warnen auf TikTok vor den Gefahren und setzen sich dafür ein, dass keine Videos von solch riskanten Herausforderungen geteilt werden.
Psychische Auswirkungen und der Umgang mit Social Media
Die Probleme beschränken sich nicht nur auf körperliche Verletzungen. Experten warnen davor, dass die manipulativen Mechanismen von Social Media, einschließlich TikTok und Instagram, auch psychische Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche haben können. Der Algorithmus dieser Plattformen analysiert die Nutzerinteressen und spiegelt emotionale Inhalte wider, was zu einer Suchtspirale führen kann. Laut ZDF ist es wichtig, dass Eltern ihre Kinder im Umgang mit sozialen Medien begleiten und klare Regeln aufstellen, um sie vor den potenziellen Gefahren zu schützen.
Kinder und Jugendliche sind besonders anfällig für die süchtig machenden Designs von Apps, die darauf abzielen, die Nutzer langfristig in der Plattform zu halten. Matthias Heitmann, Kinder- und Jugendpsychotherapeut, empfiehlt, das Verhalten der Kinder zu beobachten und bei problematischem Nutzungsverhalten einzugreifen. Es gibt verschiedene medienpädagogische Beratungsstellen und Onlinekurse für Eltern, um diese Begleitung zu unterstützen, während das Bundesministerium für Familie umfassende Informationen und Tipps anbieten möchte.
Es bleibt abzuwarten, wie Plattformen wie TikTok und die Politik auf diese Herausforderungen reagieren werden, um die Sicherheit und das Wohlbefinden junger Nutzer zu gewährleisten.