Politik

Friedensnobelpreis-Träger Arias: USA verweigern Visa nach Trump-Kritik!

Die US-Regierung hat dem ehemaligen Präsidenten Costa Ricas und Friedensnobelpreisträger Óscar Arias sein Visum entzogen. Dies wurde ihm in einer knappen E-Mail mitgeteilt, ohne dass Gründe für diesen Schritt angeführt wurden. Arias, der 84 Jahre alt ist, äußerte sich überrascht über die Entscheidung und vermutet, dass sie als Vergeltung für seine jüngsten Äußerungen gegen Präsident Donald Trump zu werten ist. In einem Facebook-Post im Februar hatte er Trump mit einem „römischen Kaiser“ verglichen und dessen autokratische Tendenzen kritisiert. Diese Bemerkung entsprach nicht dem diplomatischen Ton, den man in den Beziehungen zwischen den USA und anderen Ländern erwartet.

Arias, der Costa Rica zweimal regierte, von 1986 bis 1990 und erneut von 2006 bis 2010, stehe vor der Herausforderung, dass sich ein kleines Land wie Costa Rica nicht immer öffentlich gegen die US-Politik äußern könne. In seinem Post bezeichnete er die USA als "eine Nation auf der Suche nach einem Feind". Mit seiner Kritik an der US-Regierung wurde er nicht zum einzigen Betroffenen; weitere costa-ricanische Abgeordnete verloren ebenfalls ihre Visa, nachdem sie sich gegen die Position von Präsident Rodrigo Chaves ausgesprochen hatten, der unter Druck steht, den Einfluss Chinas in der Region zu verringern. Diese Entwicklungen werfen ein Schlaglicht auf die angespannten Beziehungen zwischen den USA und Lateinamerika.

Kritik an der US-Politik

Arias' erhebliche Kritik an Trump und der gegenwärtigen US-Politik ist nicht das erste Mal, dass ein costa-ricanischer Politiker sich gegen den Einfluss der USA ausspricht. Die Geschichte der Beziehungen zwischen den USA und Mittelamerika ist geprägt von massiver Einflussnahme der Vereinigten Staaten, beginnend im 18. Jahrhundert, als die USA die Monroe-Doktrin verkündeten, die ihre Hegemonialansprüche in der Region legitimieren sollte. Diese Politik mahnte zur US-Heraushaltung aus europäischen Konflikten, erlaubte jedoch Interventionen in den Angelegenheiten Lateinamerikas.

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Vor allem im 20. Jahrhundert setzten die USA ihre Interessen durch zahlreiche militärische Interventionen und politische Eingriffe durch die Unterstützung autoritärer Regimes durch. Viele demokratisch gewählte Regierungen in der Region wurden während des Kalten Krieges abgesetzt, und es kam zu gewaltsamen Konflikten, die bis in die 1980er Jahre reichten. Der Einfluss der USA auf die Politiken der Länder in Mittelamerika bleibt auch heute umstritten, besonders vor dem Hintergrund der zunehmenden politischen Spannungen zwischen den USA und Ländern wie China.

Angesichts dieser Hintergründe ist der Fall von Óscar Arias symptomatisch für die komplexen und oft angespannten Beziehungen zwischen den USA und Lateinamerika. Arias bringt mit seinen Äußerungen nicht nur seine persönliche Sichtweise zum Ausdruck, sondern spiegelt auch die besorgten Stimmen vieler lateinamerikanischer Politiker wider, die sich gegen einen als übergriffig empfundenen Einfluss der US-Regierung zur Wehr setzen.

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Costa Rica
Beste Referenz
oe24.at
Weitere Quellen
dw.com

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