Politik

Familienplanung in Österreich: Experten diskutieren über Ursachen der Geburtenflaute und Lösungsansätze

Politik als Schlüssel zur Ankurbelung der Geburtenrate in Österreich

In einer Diskussion bei der ORF-Sendung "Im Zentrum" betonte Prof. Wolfgang Mazal, Direktor des Österreichischen Instituts für Familienforschung, die Rolle der Politik bei der Förderung von Familien und der positiven Kommunikation über das Thema Kinder und Geburten. Er betonte, dass Österreich weltweit führend in finanziellen Leistungen für Familien sei, jedoch die Kommunikation entscheidend sei, um Menschen wieder zur Familienplanung zu ermutigen.

Die Statistik Austria verzeichnete im Vorjahr 11.448 mehr Todesfälle als Geburten in Österreich. Der Geburtenrückgang und der sinkende Kinderwunsch stellen langfristig eine Herausforderung für das Pensionssystem und das Gesundheitssystem dar. Mazal deutete an, dass bei anhaltenden Geburtendefiziten möglicherweise Einwanderung erforderlich sein könnte, um die Systeme zu stützen.

Mazal identifizierte einen "allgemeinen Trend zum Egoismus" als einen Grund für die niedrigen Geburtenzahlen, wobei viele Menschen ihre eigenen Ziele über die Familiengründung stellen. Er plädierte dafür, Gespräche über die Auswirkungen dieses Trends auf die Gesellschaft zu führen, und betonte die Bedeutung einer positiven Haltung gegenüber Familien.

Der Forscher widerlegte gängige Erklärungen für den Geburtenrückgang, wie die Rolle des Feminismus oder der Kinderbetreuung, als Hauptursachen. Er hob stattdessen hervor, dass Unternehmen dazu ermutigt werden sollten, Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern. Die Anerkennung und Unterstützung von Eltern, die sich entscheiden, ihre Kinder selbst zu betreuen, wurde ebenfalls als wichtiger Faktor für eine positive Familienpolitik hervorgehoben. Schließlich kritisierte Mazal die Praxis vieler Unternehmen, den "Papamonat" lediglich als Vermeidungsstrategie für Elternzeit zu nutzen, anstelle von nachhaltigen Maßnahmen zur Förderung von Familienarbeit.

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