Am Samstag, dem 1. März 2026, haben die USA und Israel Luftangriffe auf den Iran gestartet. Ziel dieser Angriffe waren führende Vertreter des iranischen Mullah-Regimes, darunter der Ober-Mullah Ali Khamenei, der Verteidigungsminister Aziz Nasirzadeh sowie der Chef der Revolutionsgarden, Mohammad Pakpour. Berichten zufolge wurden bei diesen Offensive auch zahlreiche Kommandeure der Revolutionsgarden und hochrangige Mitglieder des iranischen Atomprogramms getötet. Diese Angriffe markieren einen Wendepunkt in der Geschichte des Iran und stellen das politische Gleichgewicht auf die Probe, nachdem Khamenei eine zentrale Figur des religiösen und politischen Lebens war.
Nach dem Tod Khameneis haben die Machtstrukturen im Iran einen Übergangsprozess eingeleitet. Ein dreiköpfiger Rat wird vorübergehend die Führung des Landes übernehmen. Dieser Ausschuss besteht aus Präsident Massud Peseschkian, Justizchef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi und einem Mitglied des Wächterrats. Dieses Trio wird die Aufgaben Khameneis fortführen, bis der Expertenrat, ein Gremium aus 88 Geistlichen, einen Nachfolger ernannt hat. Die Unsicherheit über die Nachfolge Khameneis bleibt: Mögliche Kandidaten wie sein Sohn Modschtaba Chamenei oder Hassan Chomeini, der Enkel des Staatsgründers, sind in die Diskussionen eingebunden, doch es ist unklar, ob sie die Angriffe überlebt haben.
Unklarheiten in der Nachfolge
Die Experten betonen, dass die Nachfolge des Obersten Führers von zentraler Bedeutung für die Stabilität des Landes ist. Ajatollah Khamenei hatte die Kontrolle über bedeutende Entscheidungen in Außenpolitik, gesellschaftlichen Fragen und Streitkräften. Ihr Verlust ist bereits jetzt spürbar. Die Revolutionsgarden, die als mächtige Akteure im Iran gelten, und deren Kommandeur bei den Luftangriffen getötet wurde, spielen eine Schlüsselrolle in der Machtstruktur des Landes. Das bestehende System erlaubt bis zu vier Stellvertreterebenen für zentrale Führungspositionen, was Teil des Sicherheitsmechanismus der islamischen Republik ist.
Während die Diskussion über die mögliche Nachfolgerschaft Khameneis weitergeht, wird auch über die Rolle von Reza Pahlavi, dem Sohn des 1979 gestürzten Schahs, spekuliert. Er hat sich als möglicher Übergangsführer ins Spiel gebracht. Gleichzeitig äußerte US-Präsident Donald Trump, dass die iranische Bevölkerung die Chance habe, ihr Land zurückzuholen und nannte mehrere „geeignete Kandidaten“ für die Führung, ohne jedoch spezifische Namen zu nennen.
Das politische System im Iran
Die Islamische Republik Iran, gegründet am 1. April 1979, kombiniert demokratische und theokratische Elemente, basierend auf der iranischen Verfassung. An der Spitze steht der Oberste Führer, und das höchste Staatsamt gehört der Macht von Allah, nicht dem Volk. Die Auswahl des Obersten Führers erfolgt durch den Expertenrat, der die Tätigkeit des Führers überwacht. Der Wächterrat spielt ebenfalls eine zentrale Rolle, indem er Gesetze und Kandidaten auf ihre Übereinstimmung mit den islamischen Prinzipien überprüft.
In der Übergangszeit wird das politische System auf die Probe gestellt, da die islamische Republik eine lange Geschichte der Kontrolle durch ein vielschichtiges Sicherheitsnetz hat. Experten glauben, dass die Stabilität der Islamischen Republik auch bei Verlust wichtiger Figuren gewährleistet werden kann, solange die Nachfolger auf Unterstützung von Polizei, Militär und Revolutionsgarden zurückgreifen können. Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, ob das Land in der Lage ist, die aktuellen Herausforderungen zu meistern und eine tragfähige Führungsstruktur zu etablieren.