Heute, am 25. November 2025, jährt sich wieder der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen, auch bekannt als „Orange Day“. Dieser Tag wird seit über drei Jahrzehnten begangen und soll auf die erschreckenden Zahlen von Femiziden weltweit aufmerksam machen. Laut einem Bericht der Vereinten Nationen wird alle zehn Minuten eine Frau oder ein Mädchen Opfer tödlicher Gewalt, oftmals durch einen Partner oder ein Familienmitglied. Im Jahr 2024 wurden schockierende 83.000 Frauen gezielt umgebracht, wobei etwa 60 Prozent der Täter enge Angehörige waren.
In insgesamt 117 Ländern erfassten die UN diesen alarmierenden Trend, der insbesondere in afrikanischen Ländern sowie in Süd- und Nordamerika besonders ausgeprägt ist. In diesen Regionen sind die Zahlen der Femizide im Verhältnis zur Dichte der Bevölkerung signifikant höher. Im Gegensatz dazu sind die Zahlen in asiatischen und europäischen Ländern vergleichsweise geringer. Ein zusätzlich beunruhigendes Statistikum belegt, dass nur 11 Prozent der Tötungsdelikte an Männern durch Partner oder zwei Familienmitglieder begangen werden, was die geschlechtsspezifische Dimension der Gewalt verdeutlicht.
Die Situation in der Schweiz
Speziell in der Schweiz ist die Lage ebenfalls besorgniserregend. Laut Angaben feministischer Organisationen wurden im Jahr 2024 dort 22 Femizide und neun Versuche verzeichnet. Im Jahr 2025 gab es bisher jeden zweiten Woche Opfer von Femiziden. Dies verdeutlicht, dass auch in der Schweiz Frauen aufgrund ihres Geschlechts das Leben verlieren, was die Dringlichkeit des Themas unterstreicht. Die Behörden und sozialen Organisationen stehen vor der Herausforderung, effektive Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Gewalt zu entwickeln.
UN Women hat nicht nur die alarmierenden Zahlen veröffentlicht, sondern auch gefordert, dass Staaten verstärkt gegen diese Gewalt vorgehen. Die Daten zeigen, dass Femizide oft Teil eines „Kontinuums von Gewalt“ sind, welches mit Kontrolle und Drohungen beginnt. Trotz eines leichten Rückgangs bei den Tötungsdelikten gibt es immer noch einen Anstieg bei sexuellen Übergriffen, häuslicher Gewalt sowie digitaler Gewalt. Diese Entwicklungen fordern einen entschiedenen Handlungsbedarf der Politik und Gesellschaft.
Globale Dimension und Maßnahmen
Die kontinuierliche Gewalt gegen Frauen und Mädchen erfordert weltweit Aufmerksamkeit und Maßnahmen. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen wird durch orangefarbene Beleuchtung von Gebäuden sowie durch Demonstrationen und Veranstaltungen auf diese Problematik hingewiesen. Eine Bewusstseinsbildung ist unerlässlich, um die gesellschaftlichen Strukturen zu verändern, die solche Gewalttaten begünstigen.
Die erschreckenden Daten und Berichte, die auf diese gesellschaftliche Gewalt hinweisen, müssen als Weckruf für alle Akteure dienen – von Regierungen über Nichtregierungsorganisationen bis hin zu den Einzelnen in der Gesellschaft. Es ist an der Zeit, die Stimme zu erheben und für die Rechte und den Schutz von Frauen und Mädchen einzutreten.