Am 12. Februar 2026 wählte Bangladesch ein neues Parlament, das erste seit dem Sturz von Sheikh Hasina im August 2024. Wie vienna.at berichtet, könnte Tarique Rahman, der Anführer der Nationalistischen Partei Bangladeschs (BNP), als neuer Regierungschef hervorgehen. Die BNP sicherte sich laut der staatlichen Wahlkommission eine absolute Mehrheit und gewann in 209 von 297 Wahlkreisen. Die Wahlbeteiligung lag bei 59 Prozent, mit fast 128 Millionen wahlberechtigten Bürgern.

Die Wahl gilt als ein Test für den demokratischen Übergang nach den massiven Unruhen im Sommer 2024, die etwa 1.400 Menschen das Leben kosteten. Eine Übergangsregierung unter Muhammad Yunus, dem Friedensnobelpreisträger, übernahm nach dem Sturz von Hasina, die 15 Jahre lang autoritär regierte. Diese politischen Umwälzungen wurden vor allem von jungen Menschen getragen, die auch in dieser Wahl eine entscheidende Rolle spielen.

Politische Reformen und Herausforderungen

Die Wähler stimmten parallel zur Wahl zudem über ein Reformpaket ab, das unter anderem eine Begrenzung der Amtszeit des Ministerpräsidenten und stärkere Kontrolle der Regierung vorsieht. Kritiker hoben hervor, dass das Reformpaket zu kompliziert sei, um es einfach zu verstehen. Während Indien und Pakistan Rahman und der BNP gratulierten, birgt das politische Klima Herausforderungen. Rahman, der im Dezember 2025 nach 17 Jahren im Exil aus London zurückkehrte, muss das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen und Korruption bekämpfen.

Die größte islamistische Partei, die Bangladesh Jamaat-e-Islami, erhielt 68 Sitze und stellt eine bedeutende politische Kraft dar. Politikanalyst A.S.M. Amanullah bezeichnete die Wahl als Schicksalsentscheidung für Bangladesch und warnte vor einem möglichen Rückbau von Rechten für Frauen und Minderheiten. Die Sorgen der Bevölkerung über Inflation, Jobs und Sicherheit sind ebenfalls markant.

Die Wahl wurde international genau beobachtet, und 200 Beobachter der EU waren vor Ort. Mariam Islam, eine 24-jährige Studentin, gab heute zum ersten Mal ihr Stimme ab und betonte die Wichtigkeit der Rechte für Frauen. Rund ein Viertel der Wähler gehört zur Generation Z, die das Potenzial hat, die Wahl maßgeblich zu beeinflussen, und sich für eine gerechtere Zukunft einsetzen möchte, wie auch viele ihrer Altersgenossen, die sich über die politischen Möglichkeiten Gedanken machen.

Insgesamt zeigt die aktuelle Wahl nicht nur die Dynamik der politischen Landschaft in Bangladesch, sondern auch die Entschlossenheit einer jüngeren Generation, die für ihre Zukunft kämpfen will.