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Wien/Athen, 27. Februar 2025 (KAP) – Anlässlich des zweiten Jahrestages des tragischen Zugunglücks von Tempi lädt die griechisch-orthodoxe Metropolis von Österreich zu einem Gedenkgottesdienst am Freitag, den 28. Februar, um 13 Uhr in der Dreifaltigkeitskathedrale in Wien ein. Der Gottesdienst wird unter dem Motto gehalten, dass man für die Seelen der 57 verstorbenen Opfer beten und Gerechtigkeit fordern sollte. Das Unglück geschah am 28. Februar 2023, als ein InterCity-Zug in Mittelgriechenland mit einem Güterzug kollidierte, was die Bevölkerung schockierte und zahlreiche Verletzte forderte.
Ungeachtet der zwei vergangenen Jahre bleibt die genaue Unfallursache unklar, was landesweit Proteste auslöste. Die Bürger fordern mit einem Generalstreik und Demonstrationen am Jahrestag eine umfassende Aufklärung. Diese Situation wird auch von Maria Karystianou, die ihre 20-jährige Tochter bei dem Unglück verlor, öffentlich thematisiert. Sie engagiert sich leidenschaftlich für die Aufklärung und sagt: „Das Verbrechen von Tempi umfasst alles. Gier, Herabwürdigung der Menschenwürde und Machtmissbrauch.“ Ihre eindringliche Mahnung fordert eine Regierungsverantwortung ein, während das Unglück bis heute nicht vollständig aufgeklärt ist, wie sie in einer Anhörung vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss deutlich machte.
Skandal um Medienstille und Regierung
Zusätzlich dringen auch die Mitgliedsstaaten der EU in einem jüngsten Bericht auf eine kritische Prüfung der Rechtsstaatlichkeit in Griechenland, da besorgniserregende Berichte über die Lage der Pressefreiheit und den Umgang der Regierung mit kritischen Medien laut wurden. Ein Großteil der EU-Parlamentarier sieht im Umgang mit Journalisten „sehr ernste Bedrohungen der Demokratie […] und der Grundrechte“ in Griechenland, so berichtete journal21.ch. Die Gewaltenteilung wird in Frage gestellt, und es wird befürchtet, dass die Regierung durch Überwachung und Kontrolle der Medien die öffentliche Meinung manipuliert, während die Aufklärung des Zugunglücks auf der Strecke bleibt.
Die Untersuchung bleibt durch politische Intrigen und Verdacht auf Korruption gehemmt, was die Verzweiflung der Familien der Opfer verstärkt. Die Regierung sieht sich trotz dieser schweren Vorwürfe im internationalen Vergleich der Demokratien besser bewertet als seit Jahren zuvor und versucht, von den anhaltenden Mängeln abzulenken, wie der Economist berichtete.
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