Im Jahr 2025 erhielten rund 160.000 Österreicher eine monatliche Zusatzpension aus der betrieblichen Altersvorsorge (bAV). Diese Zahl wurde von den Pensions- und Vorsorgekassen des Landes veröffentlicht, die somit einen klaren Überblick über die finanzielle Lage der Pensionisten geben. Die durchschnittliche Auszahlung erreichte 419 Euro, was im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 4,88 Prozent darstellt, wie 5min berichtet.

Insgesamt zählen die Pensionskassen in Österreich 1,13 Millionen Kunden, wobei 160.000 bereits im Ruhestand sind und regelmäßig Geld erhalten. Die langfristige Performance dieser acht Kassen zeigte sich mit 5,02 Prozent ebenfalls positiv. Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbands der Pensions- und Vorsorgekassen, hebt hervor, dass die betriebliche Altersvorsorge eine wichtige Ergänzung zur staatlichen Pension bildet, mit dem Ziel, diese für alle Arbeitnehmer in Österreich zugänglich zu machen.

Staatliche Pension und Herausforderungen

Die staatliche Pension wird im Jahr 2026 um bis zu 2,7 Prozent angehoben. Allerdings wird diese Erhöhung auf 67,50 Euro gedeckelt für Personen, deren brutto Einkommen über 2.500 Euro liegt. Auch wenn 190.000 Menschen von der vollen Inflationserhöhung profitieren können, wird der Nettobetrag oft nicht die gesamte Erhöhung widerspiegeln. Diese Situation verdeutlicht die Notwendigkeit einer nachgeschalteten Altersvorsorge, wie sie die bAV bietet.

Trotz der positiven Aspekte der bAV gibt es Herausforderungen, die nicht ignoriert werden dürfen. Die Raisin Plattform erläutert, dass die Möglichkeit, eine betrieblich vereinbarte Altersvorsorge bei einem Arbeitgeberwechsel weiterzuführen, eingeschränkt sein kann. Oft sind Pensionskassen oder kollektivversicherte Modelle übertragbar, jedoch nicht immer einfach. Dies könnte zu Unsicherheiten bei Arbeitnehmern führen, die sich in einem dynamischen Arbeitsmarkt bewegen.

Kritik und Aussichten

Die Performance der Pensionskassen wurde zuletzt von der PEKABE, der Plattform für Eigenverantwortung und Kapitalbildung, kritisiert. Peter Weller, Vorsitzender der PEKABE, fordert eine bessere Performance der Kassen und verweist auf die höheren Renditen internationaler Rentenfonds. Diese Bedenken sind nicht unbegründet, da eine unzureichende Rendite die finanzielle Stabilität der Arbeitnehmer im Alter gefährden kann.

Zusätzlich zur bAV empfiehlt es sich, auch private Vorsorge zu betreiben, um mögliche finanzielle Engpässe im Ruhestand zu vermeiden. Produkte wie Tagesgeld oder Festgeld könnten geeignete Alternativen sein. Diese bieten nicht nur kurzfristigen Zugriff auf Geld, sondern auch eine flexible Anlageform, die höheren Zinsen bieten kann, wie die Raisin-Plattform aufzeigt.