Ab Herbst 2027 tritt eine umfassende Reform der Lehrpläne für die AHS-Oberstufen in Österreich in Kraft. Diese Änderung folgt auf intensive Überarbeitungen, die Ende 2025 abgeschlossen wurden, wenngleich noch einige Fächer Anpassungen benötigen. Laut den Informationen von vienna.at wird der Bildungsminister Martin Wiederkehr dringend einen erhöhten Fokus auf Medienbildung, Demokratie und Künstliche Intelligenz (KI) verlangen.
Eine der signifikantesten Änderungen betrifft die Stundenanzahl in den Fächern Latein und der zweiten lebenden Fremdsprache, die gekürzt werden sollen. Diese Kürzungen könnten den bestehenden Fächerkanon der Gymnasien erheblich beeinträchtigen. Kritiker wie die AHS-Lehrervertreterin Eva Guserle äußern Bedenken, dass dies die Unterrichtsqualität gefährden könnte. Guserle betont zudem, dass bereits neue Lehrpläne unter wissenschaftlicher Begleitung erstellt wurden.
Herausforderungen bei der Lehrbucherstellung
Die Schulbuchverlage sehen sich aktuell einem enormen Zeitdruck ausgesetzt. Während die normalen Prozesse zur Erstellung und Genehmigung von Schulbüchern bis zu zwei Jahre in Anspruch nehmen können, ist für die neuen Lehrbücher für die 5. Klassen der AHS im Schuljahr 2027/28 ein beschleunigtes Vorgehen gefordert. Verlage hatten eine Frist bis zum 1. Mai, um ihre Materialien einzureichen, obwohl die neuen Lehrpläne noch nicht endgültig stehen. Dies geschieht in einem Kontext, in dem auch die Beschlüsse zur Informatik und Medienbildung ungeklärt sind, was die Lage zusätzlich verkompliziert.
Die neuen Lehrpläne für die AHS-Oberstufe sehen unter anderem eine Erhöhung der Stundenanzahl für Informatik von zwei auf drei vor, wobei das Thema KI in den Lehrstoff integriert wird. Ein neu eingeführtes Fach „Medien und Demokratie“ soll ebenfalls zum Pflichtprogramm zählen. Die Schulbuchverlage benötigen jedoch zwingend zeitnahe Klarheit über diese Lehrpläne, um eine realistische Fertigstellung der Schulbücher sicherzustellen.
Der Zeitplan und die finanziellen Aspekte
Der Zeitplan für die Genehmigung der neuen Schulbücher ist kritisch. Üblicherweise erfolgt die Entscheidung über die Aufnahme in die Schulbuchliste bis Ende November. Ein flexibles Budget von 15 Prozent des Schulbuchbudgets der Schulen für nicht approbierte Unterrichtsmittel ermöglicht bisherige Übergangslösungen, die möglicherweise erneut greifen müssen. Jedoch könnte das Ganze zu zusätzlichen Lehrplänen und einer weiteren Zentralmatura-Variante führen.
Die tagesaktuelle Fassung der Lehrpläne ist über das Rechtsinformationssystem (RIS) abrufbar. Die neuen Lehrpläne für die AHS-Unterstufe treten bereits im Schuljahr 2023/24 in Kraft, was den Lehrplanwechsel zusätzlich verkompliziert, da Schulen sich auf mehrere Veränderungen vorbereiten müssen. Insbesondere die Vorgaben und strukturellen Änderungen werden im Bildungssystem genau zu beobachten sein, da sie sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Lehrkräfte betreffen.