Am 18. Februar 2026 kam es in einer Live-Diskussion auf exxpress zu einem intensiven Austausch über Manipulationsvorwürfe gegen das ZDF. Teilnehmer, darunter der FPÖ-Wien-Politiker Wolfgang Kieslich und Publizist Werner Reichel, thematisierten die problematische Einordnung von KI-generierten Bildern im „Heute-Journal“. Die Debatte wurde durch ein KI-generiertes Video über Abschiebungen in den USA angestoßen, welches ohne deutlich erkennbare Kennzeichnung ausgestrahlt wurde. Außerdem wurden in dem Zusammenhang Bilder aus dem Jahr 2022 als aktuell präsentiert. Das ZDF selbst bezeichnete die Vorfälle als „redaktionellen Fehler“.

Kieslich kritisierte diese Einschätzung als unzureichend und wies auf ein strukturelles Problem hin. Er betonte, dass öffentlich-rechtliche Sender Teil der Macht seien und nicht einfach deren Kontrolle. Reichel hingegen forderte höhere Standards bei großen Medienhäusern und stimmte Kieslich in der Kritik an der mangelnden Transparenz des ZDF zu. Beide Teilnehmer äußerten Bedenken hinsichtlich der späten Entschuldigung des Senders und wiesen darauf hin, dass viele Leitmedien sich zunehmend als politische Akteure begreifen.

Fehlerhafte Berichterstattung und Konsequenzen

In einer Stellungnahme räumte das ZDF Fehler in der „heute journal“-Sendung ein. Die KI-generierten Bilder wurden unzureichend kenntlich gemacht, was zu einer Löschung des Beitrags vom 15. Februar über die US-Migrationsbehörde ICE führte. In der überarbeiteten Version, die später in der ZDF-Mediathek zur Verfügung gestellt wurde, sind die KI-Bilder durch andere Videosequenzen und Standbilder ersetzt worden.

Das ZDF bedauert den Fehler und erklärt, dass die Kennzeichnung der KI-Bilder aus technischen Gründen nicht übertragen werden konnte. Diese Bilder stammten aus dem OpenAI-Videogenerierungstool Sora und trugen ein Wasserzeichen. Es bleibt jedoch unklar, ob die Redaktion zum Zeitpunkt der ursprünglichen Ausstrahlung über die KI-Natur der Bilder informiert war, was zu Verwirrung führte.

Die Rolle der Medien im digitalen Zeitalter

Die Diskussion um das ZDF wirft grundlegende Fragen zur Rolle der Medien im digitalen Zeitalter auf. Künstliche Intelligenz (KI) hat seit der Bundestagswahl 2015 einen erheblichen Einfluss auf den Journalismus genommen. Medienhäuser und Journalist*innen stehen vor der Herausforderung, die Notwendigkeit der schnellen Informationsverbreitung mit der Korrektheit der Inhalte zu balancieren. In dieser schnelllebigen Ära müssen Journalist*innen besonders darauf achten, die Richtigkeit von Informationen zu überprüfen, da KI auch falsche Inhalte erzeugen kann, die oft nicht auf den ersten Blick erkennbar sind.

Die mangelnde Transparenz und die Gefahren durch Deepfakes sind immer wieder Themen, die die Branche begleiten. In einer Zeit, in der selbst ein Video von historischen Figuren täuschend echt erscheinen kann, ist umfassendes Factchecking wichtiger denn je. Initiativen wie der EU Artificial Intelligence Act, der 2024 in Kraft tritt, sollen helfen, einen rechtlichen Rahmen für den Umgang mit KI zu schaffen und das Vertrauen in den Journalismus zu wahren.

Die anhaltende Entwicklung und der Einsatz von KI in den Redaktionen verlangen von den Journalist*innen, neue Standards und Methoden im Umgang mit Informationen zu entwickeln, um die Integrität der Berichterstattung zu gewährleisten. Die Frage, wie weit KI den Journalismus unterstützen kann, ohne dessen ethische Grundsätze zu gefährden, bleibt ein zentrales Thema der aktuellen Medienlandschaft.