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In einer schockierenden Wendung hat ein 65-jähriger Schotte, James Stewart, sich selbst einen Zahn gezogen, nachdem er wochenlang vergeblich auf einen Zahnarzttermin beim National Health Service (NHS) gewartet hatte. Stewart sah sich gezwungen, diesen drastischen Schritt zu gehen, da sein Zahnarzt in eine Privatpraxis gewechselt war und er sich eine private Behandlung nicht leisten konnte. Inmitten der finanziellen Belastung, die er erlebte, nachdem er seine Ersparnisse für die Beerdigung seines verstorbenen Hundes aufgebraucht hatte, griff Stewart zu unorthodoxen Mitteln, um seinen schmerzenden Backenzahn zu entfernen.

In seiner verzweifelten Situation verwendete Stewart eine Hantel zusammen mit Wodka als Schmerzmittel. Dazu wickelte er eine Schnur um den Zahn, befestigte das andere Ende am Gewicht und ließ die Hantel auf einen Sessel fallen. Der Zahn wurde vollständig herausgezogen, wobei er über „zwei Sekunden Schmerz, dann Erleichterung“ berichtete. Nach dieser Selbstbehandlung spülte er seinen Mund mit hochprozentigem Alkohol zur Desinfektion und filmte den gesamten Vorgang, um auf die Probleme im NHS aufmerksam zu machen. Er warnte jedoch davor, es ihm gleichzutun. Sein Fall beleuchtet eine alarmierende Realität: Rund neun von zehn NHS-Praxen nehmen keine neuen Patienten mehr auf, und Millionen Menschen haben Schwierigkeiten, Zugang zur zahnärztlichen Versorgung im Vereinigten Königreich zu erhalten, wie der KURIER berichtet.

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Zahnmedizinische Wüste

Die Situation im britischen Gesundheitswesen, insbesondere im Bereich der Zahnpflege, hat sich dermaßen verschärft, dass sie oft als „zahnmedizinische Wüste“ bezeichnet wird, eine Beschreibung, die an die Zustände in Charles Dickens‘ Romanen erinnert. Rund fünf Millionen Menschen warten jährlich vergeblich auf einen Zahnarzttermin. Linda, eine weitere Betroffene, zog sich selbst Zähne, nachdem sie sechs Monate auf einen Termin gewartet hatte. Die Missstände sind mittlerweile so ausgeprägt, dass Labour-Gesundheitsminister Wes Streeting die konservative Regierung für die unzureichende Versorgung verantwortlich macht.

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Vor zwei Jahren führte die Regierung das Programm „Golden hello“ ein, um Zahnärzte in ländliche Gebiete zu locken, doch wie Edi Crouch, Präsident der Zahnärzte-Gesellschaft, anmerkte, blieb dieses Programm weitgehend erfolglos. Von den 45.000 Zahnärzten in Großbritannien arbeiten nur etwa die Hälfte für den NHS; der Rest ist in privaten Praxen tätig. Private Zahnarztleistungen sind für viele Briten unerschwinglich, was zu einem erheblichen Anstieg der Selbstbehandlungen führt.

Die Herausforderungen bleiben

Die Unterversorgung im Zahnsystem wird auch auf das Pauschalhonorar-System des NHS zurückgeführt, das viele Zahnärzte abschreckt, für den NHS zu arbeiten. Experten sehen mit großer Besorgnis in die Zukunft, da befürchtet wird, dass in den kommenden Jahren viele Zahnärzte vom NHS in private Praxen abwandern könnten. Diese Entwicklungen zeigen, dass das Gesundheitswesen im Vereinigten Königreich vor gewaltigen Herausforderungen steht, wie SRF berichtet.

James Stewarts Fall ist mehr als nur eine individuelle Tragödie; er ist ein alarmierendes Signal für ein System, das Millionen von Menschen im Stich lässt, während die Nachfrage nach zahnärztlicher Versorgung unvermindert bleibt und die Möglichkeiten zur Teilnahme am NHS zunehmend eingeschränkt werden.

Für weitere Informationen auf die Quellen kann auf KURIER und SRF verwiesen werden.