Im Wirtschaftstalk „Peter & Paul“ diskutieren Gerald Eder-Schmidinger von Crif Austria und Oliver Schnöll von Hogast Care über die Herausforderungen von Zahlungsausfällen. Die Aufzeichnung der Sendung fand in den Räumlichkeiten von Crif Austria in Wien statt. Crif Austria ist ein international tätiges Fintech-Unternehmen und Wirtschaftsauskunftei, das sich auf die Erfassung und Analyse kredit- und wirtschaftsrelevanter Daten spezialisiert hat. Ziel von Crif ist es, Unternehmen bei der Entscheidungsfindung zu unterstützen, Risiken frühzeitig zu erkennen und Zahlungsausfälle zu vermeiden.
Hogast Care hingegen hat sich auf den Einkauf für Einrichtungen in den Bereichen Gesundheit, Pflege, Betreuung und Bildung konzentriert. Das Unternehmen bündelt das Beschaffungsvolumen seiner Mitglieder und verhandelt bessere Konditionen mit Lieferanten, während ein zentraler Fokus auf der Bonitätsprüfung neuer Partner liegt, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Diese Informationsbasis wird durch die Risiken, die mit Zahlungsausfällen verbunden sind, weiter verstärkt.
Die Bedeutung von Daten und Intuition
In ihrer Diskussion betonen Schnöll und Eder-Schmidinger die Kombination von datengestützten Informationen und dem Bauchgefühl bei Entscheidungsprozessen. Trotz aller Verlässlichkeit, die Daten bieten können, bleibt das persönliche Empfinden in vielen Situationen unverzichtbar. Ein mathematisches Modell mit 140 Datenpunkten ermöglicht Crif, die Nachhaltigkeit österreichischer Unternehmen in Echtzeit zu bewerten. Diese Analyse zeigt, dass nachhaltig wirtschaftende Unternehmen im Schnitt um rund 15 Prozent wirtschaftlich erfolgreicher sind.
Zusätzlich hat Crif eine digitale Plattform zur Zertifizierung von Lieferanten entwickelt, von der auch Hogast Care profitiert, indem das Analysesystem Einblicke in die monetäre Stabilität und Nachhaltigkeitsperformance der Lieferpartner gewährt.
Der Bonitätsindex als Entscheidungsinstrument
Der Bonitätsindex, ein zentraler Bestandteil der Bonitätsauskunft, wird ebenfalls thematisiert. Er gibt die Wahrscheinlichkeit an, dass ein Unternehmen oder eine Privatperson ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommt. Diese Einschätzung erfolgt auf der Basis diverser Faktoren, darunter Krediturteil, Zahlungsweise, Jahresabschlussdaten und Branchenrisiko. Ein niedriger Bonitätsindex signalisiert eine hohe Kreditwürdigkeit, während ein hoher Index auf ein erhöhtes Ausfallrisiko hindeutet. Die grafische Darstellung erfolgt auf einer Skala von 0 bis 600, wobei ein Übergang von Grün (gut) über Gelb (mittel) bis Rot (schlecht) verläuft. Dank dieses Systems können Geschäftsbeziehungen effizienter bewertet werden.
Insgesamt wird deutlich, dass Unternehmen in einer Zeit zunehmender Unsicherheiten eine Kombination aus Datenanalysen und dem eigenen Bauchgefühl nutzen sollten, um fundierte Entscheidungen zu treffen. Während robust analysierte Informationen eine objektive Grundlage liefern, bleibt das subjektive Empfinden der Entscheidungsträger ein wichtiger Faktor in der Wirtschaft.