In Überländ bei Schönbach hat Gerhard Blabensteiner, ein örtlicher Damwildzüchter, eine katastrophale Entdeckung gemacht. Er fand eine tote und eine schwer verletzte Hirschkuh in seinem Gehege, was zu der Vermutung führt, dass zwei bis drei Wölfe für diesen Vorfall verantwortlich sein könnten. Diese Theorie untermauert, dass die Tiere ein Loch unter dem Zaun gegraben haben, um in das Gehege einzudringen. Das schwer verletzte Tier frisst kaum noch und lässt die Sorgen des Züchters wachsen.
Insgesamt hält Blabensteiner mehr als 30 Damwildtiere in seinem Gehege. Der Vorfall ereignete sich während der Brunftzeit, was die Fortpflanzung der Tiere erheblich stört und zusätzliche Herausforderungen mit sich bringt. Um künftige Angriffe zu verhindern, hat Blabensteiner bereits Maßnahmen zur Sicherung des Zauns ergriffen. Diese umfassen die Nachbetonierung des Zauns und die Installation einer Blinklichtanlage, die eine abschreckende Wirkung auf Wölfe haben soll. Bereits in der Vergangenheit hatte Blabensteiner Probleme mit Raubtieren, darunter einen bestätigten Wolfsriss im Jahr 2018 und einen Luchs im Jahr 2017. Zur Bestätigung der mutmaßlichen Wolfsattacke wurden Proben entnommen.
Häufung von Wolfsangriffen in der Region
Ein weiterer Vorfall, der die Sorgen um die Sicherheit von Wildtieren verstärkt, ereignete sich in Kalbe, wo am 1. Juni in einem privaten Damwildgatter zwölf Tiere, darunter trächtige, gerissen wurden. Ein Mitarbeiter des Wolfskompetenzzentrums Iden untersuchte die Kadaver und entnahm Proben zur DNA-Analyse. Diese Analyse bestätigte, dass ein Wolf, identifiziert als GW2511m, für den Riss verantwortlich war. Der Wolf wurde zuvor für Übergriffe auf Alpakas und Schafe in der Region nachgewiesen.
Beeindruckend ist, dass GW2511m in der Colbitz-Letzlinger Heide lebt und bei seinen Übergriffen die Mindestschutzmaßnahmen oft nicht eingehalten waren. In Jeetze war das Gatter zwar mit einem zwei Meter hohen Zaun gesichert, aber der Wolf buddelte sich dennoch darunter durch. Diese Ereignisse fallen mit dem Start der „Dialogreihe Wolf“ des Bundesumweltministeriums zusammen, die sich mit dem Herdenschutz und dem Umgang mit Problemwölfen beschäftigt.
Effektive Herdenschutzmaßnahmen
Um den Wolfsangriffen vorzubeugen, ist es wichtig, geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Diese sollten darauf abzielen, Wölfe durch Negativerlebnisse abzuschrecken und so ihre Angriffe auf Nutztiere zu verhindern. Zu den bewährten Methoden gehören die Zäunung und der Einsatz von Alpakas oder Eseln als Schutztiere. Zäunungen sollten aktuell mindestens 90 cm hoch sein und mit einer ausreichenden Stromversorgung versehen werden, um effektiv zu sein. Der WWF betont, dass die Funktionalität und die richtige Erdung des Zauns entscheidend sind, ebenso wie der Schutz gegen andere Wildtiere, die möglicherweise hindurch gelangen könnten.
Zusammenfassend zeigt die aktuelle Situation in Schönbach und Kalbe, dass die Rückkehr der Wölfe in die Region mit vielen Herausforderungen verbunden ist. Die Sorge um die Sicherheit von Wildtieren und die Notwendigkeit effektiver Herdenschutzmaßnahmen stehen im Fokus der Diskussion, während die Bevölkerung sich zunehmend mit den Folgen dieser Entwicklung auseinandersetzt.
Für weitere Informationen zu diesen vorherrschenden Themen können Sie die Artikel auf NOEN, Volksstimme und den WWF nachlesen.






