Die Diskussion um das Management der Wolfspopulation in Europa nimmt deutlich an Fahrt auf. Aktuelle Berichte zeigen, dass der Wolf in Europa nicht mehr vom Aussterben bedroht ist. Dies wurde unter anderem durch die Absenkung des Schutzstatus in der Berner Konvention und der EU Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie gestützt. In Kärnten wird die Koexistenz zwischen Wolf und Almwirtschaft als unrealistisch erachtet, was die Konfliktpotentiale für die Alm- und Freizeitwirtschaft betrifft. Eine Studie der Universität für Bodenkultur hat diese Bedenken untermauert, indem sie zeigt, dass aufgrund von Wolfsübergriffen hohe Zahlungen für Schadensausgleich notwendig werden.
Die Landwirtschaftskammer Kärnten und der Almwirtschaftsverein fordern daher ein striktes Wolfsmanagement, um die Nutztiere der Alm- und Weidetiere zu schützen. Dies schließt auch die rasche und rechtssichere Entnahme von Problemwölfen ein. Im Jahr 2022 wurden in Kärnten 400 Nutztiere durch Wolfsübergriffe gerissen, was die Dringlichkeit eines effektiven Managements unterstreicht. Trotz der Zunahme der nachgewiesenen Wolfspopulationen in den letzten drei Jahren gab es dank der Umsetzung der neuen Wolfsverordnung und des Kärntner Alm- und Weideschutzgesetzes einen signifikanten Rückgang der Risse um etwa 75%.
Aktuelle Zahlen und Entwicklungen
In Brandenburg wurden im Jahr 2025 spezifische Schadensereignisse registriert, bei denen der Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen wurde. Insgesamt betrafen 178 Fälle 770 Nutztiere, wobei 140 dieser Fälle Schaf- und Ziegenhalter betrafen. Besonders alarmierend ist, dass 63% der Weidetiere zum Zeitpunkt des Übergriffs nicht durch wolfsabweisende Herdenschutzmaßnahmen geschützt waren. Dennoch ist seit 2022 ein deutlicher Rückgang der Übergriffe auf Weidetiere zu verzeichnen, was darauf hindeutet, dass der Implementierung effektiver Schutzmaßnahmen positive Effekte zu entnehmen sind.
- Übergriffe auf Nutztiere in Brandenburg (2007-2025):
- 2007-2016: 248 Übergriffe
- 2021: 377 Übergriffe
- 2025: 178 Übergriffe
Die Zahlen belegen, dass während der Jahre von 2007 bis 2025 ein Trend zu einem Rückgang der Übergriffe erkennbar ist, insbesondere vor dem Hintergrund, dass Herdenschutzmaßnahmen nicht flächendeckend umgesetzt sind. In vielen Fällen konnten die Wölfe unzureichende Herdenschutzmaßnahmen überwinden, was zur Wiederholung entsprechender Übergriffe führt.
Wolfsmanagement und Herdenschutz
Wölfe stellen eine zunehmende Herausforderung für die Weidetierhaltung dar. Trotz ihres Rückgangs in der Gefährdung nehmen die Schäden durch Übergriffe in neuen Revieren zu. Diese Situation hat zu einem Konflikt zwischen Landwirtschaft und Naturschutz geführt. Der Deutsche Bauernverband hat betont, dass wolfssichere Einzäunungen in bestimmten Gebieten oft nicht umzusetzen sind und fordert alternative Lösungen.
Das Wolfsmanagement wurde am 17. Dezember 2025 angepasst, um Wölfe ins Bundesjagdgesetz aufzunehmen. Diese rechtlichen Änderungen schaffen einen klareren Rahmen für den Abschuss einzelner Wölfe unter definierten Bedingungen. Kritiker, darunter Naturschutzverbände wie der NABU, warnen jedoch vor möglichen Konflikten mit dem europäischen Artenschutzrecht und fordern weiterhin präventive Herdenschutzmaßnahmen.
Insgesamt bleibt das Thema Wolfsmanagement ein zentrales Anliegen für Landwirte, Naturschützer und die Politik. Die Herausforderungen bestehen weiterhin, und es bedarf einer nachhaltigen Lösung, um sowohl den Schutz der Weidetiere als auch den Erhalt der Wolfspopulation zu gewährleisten.