Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) steht nach einem turbulenten Jahr mit hohem Medieninteresse im Fokus, insbesondere aufgrund der hohen Funktionsentschädigungen für ihre Spitzenfunktionäre und dem Rückzug von Präsident Harald Mahrer im Jahr 2025. Dieser Wechsel in der Führung kommt nach einer Zeit, in der die WKÖ bemerkenswerte Zahlen zu verzeichnen hatte. So wurden im Jahr 2025 insgesamt 1,37 Millionen Mitgliederkontakte registriert. Die Unterstützung erstreckte sich auf 64.300 Exporteure und 2.500 Niederlassungen weltweit, während die WKÖ und die neun Landes-Wirtschaftskammern die Interessen von über 590.000 Mitgliedsbetrieben vertreten.
Die WKÖ zeigte sich zudem erfolgreich in der Interessenpolitik. Dies wird auf steuerliche Erleichterungen, Fortschritte bei der Entbürokratisierung, sowie Verbesserungen auf dem Arbeitsmarkt und im Bildungsbereich zurückgeführt. Generalsekretär Jochen Danninger hebt die Bedeutung schneller und praxisnaher Lösungen hervor, die den Mitgliedern im unternehmerischen Alltag helfen. Im Jahr 2025 wurden 350 Kollektivverträge verhandelt, und die Wirtschaftskammer nahm an 251 Begutachtungen von Gesetzen und Verordnungen auf nationaler und EU-Ebene teil.
Funktionsentschädigungen und Transparenz
Ein zentrales Thema ist die Regelung der Funktionsentschädigungen für die Mitglieder des Führungsteams der WKÖ, das aus dem Präsidium, den Generalsekretär:innen und den Bundesspartenobleuten besteht. Die Höhe der Entschädigungen ist im Wirtschaftskammer-Organisationsrecht und dem Wirtschaftskammergesetz (WKG) geregelt. Präsident Mahrer erhielt im Jahr 2025 eine Monatsbezüge von 14.075,82 EUR, während die Vizepräsident:innen zwischen 5.630,33 und 7.037,91 EUR verdienten.
Die WKÖ bekennt sich zu Transparenz. Darüber hinaus sind die Funktionsentschädigungen der Spitzenfunktionäre und die Rechnungsabschlüsse offen einsehbar. Die monatlichen Bezüge der obersten Funktionäre dürfen gemäß bundesverfassungsgesetzlicher Vorgabe nicht höher als 130 % des Bezüges eines Nationalratsabgeordneten sein. Diese Offenheit sorgt für ein gewisses Maß an Vertrauen seitens der Mitglieder und der Öffentlichkeit, da es auch gesetzliche Regelungen gibt, die eine Parteienfinanzierung ausschließen.
Wirtschafts- und Außenwirtschaftsförderung
Ein weiteres markantes Element der Aktivitäten der WKÖ ist die Unterstützung heimischer Betriebe im Ausland. Die Außenwirtschaft Austria hat nahezu 100 Standorte in über 70 Ländern, was eine umfassende Unterstützung für österreichische Unternehmen bei der Geschäftsakquise, der Diversifizierung ihrer Lieferketten und der Gründung von Niederlassungen ermöglicht. Gerade in Krisenzeiten, wie etwa während des Iran-Kriegs, fungiert die Außenwirtschaftsabteilung als wichtige Anlaufstelle für Unternehmen.
Im Rahmen der Förderung des unternehmerischen Umfelds wurden auch Maßnahmen zur Entlastung energieintensiver Unternehmen eingeführt, darunter das Stromkosten-Ausgleichsgesetz (SAG). Ebenso wichtig ist die Ausweitung des Investitionsfreibetrags sowie die digitale Gewerbeanmeldung, die Teil des Entbürokratisierungspakets sind. Dies alles zeigt, dass die WKÖ kontinuierlich daran arbeitet, ein leistbares und sicheres wirtschaftliches Umfeld zu schaffen.
Die WKÖ bleibt ein bedeutender Akteur in der österreichischen Wirtschaft und wird auch weiterhin daran arbeiten, die Interessen ihrer Mitglieder zu vertreten und ihnen durch vielfältige Unterstützungsangebote zur Seite zu stehen. Die Herausforderungen der kommenden Jahre werden zeigen, wie sich die Kammer unter neuer Führung entwickeln wird. Weitere Informationen über die Leistungen und die Transparenz der WKÖ finden Sie auf deren offiziellen Websites: vienna.at, bericht.wko.at und wko.at.

