Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) fordert eine zügige Umsetzung des Forschungs-, Technologie- und Innovationspakts (FTI-Pakt), um den Wirtschaftsstandort Österreich nicht zu gefährden. WKÖ-Generalsekretär Jochen Danninger äußerte, dass Verzögerungen negative Auswirkungen auf zukünftiges Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen haben könnten. Er appellierte an das Finanzministerium, ein zukunftsorientiertes Innovationsbudget zur Verfügung zu stellen. Das Budget für den FTI-Pakt für die Jahre 2027 bis 2029 ist bereits im Bundesfinanzrahmengesetz 2026 bis 2029 festgeschrieben.
Danninger kritisierte die gegenwärtige Verzögerung scharf. Diese sei nicht nachvollziehbar und stelle eine Bedrohung für das Ziel dar, die Forschungsquote bis 2030 auf über 4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu steigern. Die WKÖ betont die Notwendigkeit, ausreichende Mittel für angewandte und unternehmensnahe Forschung zu sichern, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen, insbesondere in geopolitisch instabilen Zeiten.
Finanzierungsdetails und Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit
Der FTI-Pakt, der gemäß Forschungsfinanzierungsgesetz beschlossen wurde, gilt jeweils für drei Jahre. Der zweite FTI-Pakt für die Jahre 2024 bis 2026 wurde im Dezember 2022 beschlossen und sieht ursprünglich ein Budget von 5,05 Milliarden Euro vor, das im Rahmen von Konjunkturmaßnahmen auf 5,2 Milliarden Euro erhöht wurde. Wichtige Schwerpunkte des FTI-Pakts sind unter anderem die Umsetzung der Klima- und Transformationsoffensive sowie Maßnahmen zur Stärkung des Forschungs- und Produktionsstandorts, wie aus den Informationen des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) hervorgeht.
Ein Fördereuro generiert im Schnitt 2,6 Euro an zusätzlichen Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen der Unternehmen und führt zu 8,6 Euro Umsatz. Zudem zeigt die WKÖ auf, dass 80 Prozent der geförderten Unternehmen ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit verbessern können. Diese Punkte sind besonders relevant, um Österreichs Position im internationalen Wettbewerb zu stärken.
FTI-Pakt und Forschungsberichte
Der Forschungs- und Technologiebericht 2025 bietet einen Lagebericht zu diesen Themen und analysiert die Stärken und Schwächen Österreichs in den Bereichen Forschung, Technologie und Innovation. Der Bericht, der anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des EU-Beitritts Österreichs erstellt wurde, betrachtet auch die Auswirkungen auf die Wissenschaft und technologische Entwicklung im Land. Ein zentraler Fokus liegt auf Schlüsseltechnologien, die für die Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen sowie die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Bedeutung sind, wie das Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung (BMFWF) und das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) in die Erstellung einbezogen haben.
Die Schwerpunkte des Berichts sind im Regierungsprogramm 2025–2029 verankert und wurden durch eine Arbeitsgemeinschaft aus verschiedenen Institutionen und Expertenteams erarbeitet. Vienna und BMWE betonen die zentrale Rolle des FTI-Pakts, um Österreich zukunftssicher zu machen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.