Wirtschaftskammer unter Druck: Neuer Präsident fordert massive Reformen!
Am 14.11.2025 tritt Georg Knill als neuer IV-Präsident an und fordert umfassende Reformen zur Senkung der Kammerbeiträge.

Wirtschaftskammer unter Druck: Neuer Präsident fordert massive Reformen!
Der kürzliche Abgang von Harald Mahrer als Präsident der Industriellenvereinigung (IV) kennzeichnet einen bedeutenden Wendepunkt für die österreichische Wirtschaft. Sein Nachfolger, Georg Knill, hat die ernste wirtschaftliche Lage hervorgehoben und die Notwendigkeit umfassender struktureller Reformen betont. In diesem Kontext hat die IV eine deutliche Senkung der Kammerbeiträge gefordert. Die Vorschläge zur Reform der Wirtschaftskammer sehen vor, die Kammerumlagen bis 2029 schrittweise um insgesamt 30 Prozent zu reduzieren, was eine wichtige Maßnahme sein könnte, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken.
Die IV plädiert für eine Modernisierung der Unternehmerkammer, die effizienter, schlanker und digitaler gestaltet werden soll. Ein zentraler Punkt ist die Einführung einer neuen, unbürokratischen Bemessungsgrundlage für die Umlagen, die die tatsächliche Leistungsfähigkeit der Unternehmen besser widerspiegelt. Georg Knill ermutigte die Unternehmer, die Chance für diese Reformen zu nutzen und die gemeinsamen Interessen aller Wirtschaftstreibenden zu vertreten.
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die aktuelle Situation wird zusätzlich durch eine anhaltend schwache Konjunkturentwicklung in Österreich geprägt. Der Voranschlag der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) für 2025 verdeutlicht die Auswirkungen dieser wirtschaftlichen Lage, wobei die Kammerumlagen voraussichtlich 259 Millionen Euro betragen werden. Von dieser Summe entfallen 100 Millionen Euro auf Kammerumlage 1 und 159 Millionen Euro auf Kammerumlage 2. Trotz der reduzierten Umlagen plant die WKÖ weiterhin Investitionen in ihr Service- und Leistungsportfolio.
Im Voranschlag für 2025 zeigen sich auch negative Ergebnisse, wie ein Verlust von 7,0 Millionen Euro nach Abzug von Kapitalertragssteuern. Diese finanzielle Lage wird durch steigende Sachaufwendungen sowie sinkende Einnahmen verstärkt. Dennoch bleibt die WKÖ ein stabiler Anker für die heimischen Betriebe in wirtschaftlich und geopolitisch unsicheren Zeiten. Investitionen in Bildung, Innovation und Digitalisierung sollen zudem die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in der Zukunft sichern.
Reformmaßnahmen und externe Beratung
Um die genannten Reformen umzusetzen, plant die Wirtschaftskammer umfassende Modernisierungen, die von externen Beraterfirmen unterstützt werden sollen. Derzeit läuft die Ausschreibung eines Rahmenvertrages über 16 Millionen Euro für Beratungsleistungen, die nicht nur für die Bundeswirtschaftskammer, sondern auch für die neun Landeskammern genutzt werden können. Dieses Maßnahmenpaket zielt darauf ab, die organisatorische und strategische Modernisierung der Kammer voranzutreiben.
Die Anforderungen an die Berater umfassen Strategie-, Organisations- und Prozessberatung sowie Change-Management und Personalentwicklung. Dabei sollen bis zu zehn externe Beratungsunternehmen eingebunden werden. Die ersten Angebote mussten bis zum 5. November eingereicht werden und die Zuschläge für die Beratungsleistungen sollen noch in diesem Jahr erteilt werden.