Der Winter hat die USA fest im Griff, insbesondere im Nordosten des Landes, wo ein massiver Wintersturm zu erheblichen Beeinträchtigungen im Alltag führt. Die Schneemengen sind die höchsten seit dem Winter 2020/21. In Rhode Island fiel fast ein Meter Schnee, während in Massachusetts über 80 Zentimeter gemessen wurden. New Yorks Central Park verzeichnete bis Dienstag fast 50 Zentimeter Neuschnee. Diese extremen Bedingungen haben die Flughäfen in New York und New Jersey gezwungen, den Flugverkehr am Abend des Montag zum Stillstand zu bringen, sodass etwa 4.700 Flüge gestrichen wurden, wie Vienna berichtet.
Die Auswirkungen des Wintersturms sind weitreichend. Der öffentliche Nahverkehr in New York kämpft mit erheblichen Einschränkungen, da Busse Schwierigkeiten haben, auf den verschneiten Straßen zu fahren. Der Bürgermeister von New York, Zohran Mamdani, hat Freiwillige gesucht, um beim Schneeschaufeln zu helfen und bietet dafür 30 Dollar pro Stunde an. Schulen und öffentliche Einrichtungen sind auf Anordnung des Bürgermeisters geschlossen, und der Unterricht soll am Dienstag wieder aufgenommen werden.
Blizzard-Warnungen und Notmaßnahmen
Die nationalen Wetterdienste haben eine Blizzard-Warnung für mehr als 40 Millionen Menschen ausgesprochen, die entlang der Ostküste, von Virginia bis Maine, wohnen. In sieben Bundesstaaten, einschließlich New Jersey, wurde der Ausnahmezustand ausgerufen. Gouverneurin Mikie Sherrill hat die Bevölkerung eindringlich gewarnt, Vorräte anzulegen und die Straßen während des Sturms zu meiden. Die Behörden haben zudem ein Fahrverbot verhängt, das bis zur Mittagszeit galt, bevor es wieder aufgehoben wurde.
Zahlreiche Menschen sind in den Städten von den kalten Temperaturen und dem dichten Schneefall betroffen. Rund 500.000 Haushalte an der Ostküste, darunter etwa 280.000 in Massachusetts, sind ohne Strom. Starker Wind und schwerer, nasser Schnee haben Bäume umgestürzt und Stromleitungen beschädigt. Dennoch wagten es einige Touristen, den Times Square zu besuchen, was den ungebrochenen Charme der Stadt zeigt, selbst in solch widrigen Bedingungen.
Auswirkungen auf das Land
Der Sturm geht nicht nur auf die Nordoststaaten beschränkt, sondern zieht sich bis in den Süden, wo auch Texas und Louisiana von Schneefall betroffen sein könnten. Meteorologe Ryan Maue hat die kommenden zehn Wintertage als die schlimmsten seit 40 Jahren angekündigt. Die Temperaturen in den nördlichen Bundesstaaten könnten sogar bis zu minus 45 Grad erreichen. Die Katastrophenschutzbehörde Fema hat bereits vorgesorgt und Stromgeneratoren, Mahlzeiten und Wasser verteilt.
Die extremen Wetterbedingungen und die damit verbundenen Herausforderungen stellen die USA vor große Aufgaben, mit über 160 Millionen potenziell betroffenen Personen in insgesamt 34 Bundesstaaten. Der Sturm führte auch zu Panikkäufen in den Supermärkten, wo viele Regale leergefegt wurden, wie Tagesschau berichtet. In vielen Städten wurden Wärmestuben für obdachlose Menschen eröffnet, um denjenigen zu helfen, die von den extremen Wetterbedingungen betroffen sind.
Der Meteorologe prognostiziert ein schnelles Schmelzen des Schnees, wobei für den Dienstag sonniges Wetter um den Gefrierpunkt erwartet wird. Dennoch bleibt die Situation angespannt, da die Wetterlage bis mindestens Montag andauern soll. Die Menschen sind aufgefordert, ihre Sicherheit an erste Stelle zu setzen und die Wohnung nur zu verlassen, wenn es unbedingt notwendig ist, so die Appelle der örtlichen Behörden.
Während die USA gegen die Auswirkungen des Wintersturms kämpfen, bleibt die Hoffnung auf eine schnelle Normalisierung bestehen, jedoch ohne Berichte über Todesopfer infolge des aktuellen Sturms, wie ZDF Heute feststellt.