Die Online-Plattform willhaben, die in Österreich weit verbreitet ist, kündigte eine umfassende Veränderung ihrer Werbestrategie an. Die Neuausrichtung zielt darauf ab, die Werbung stärker auf thematische Inhalte abzustimmen und die Userexperience zu verbessern. Sylvia Dellantonio, Geschäftsführerin von willhaben, betont, wie wichtig die Relevanz für die Zielgruppe ist, und hebt hervor, dass das Unternehmen künftig auf große, flächige Werbeformate verzichten wird. Stattdessen wird die Anzahl der Anzeigen verringert, um die Qualität des Angebots zu steigern und eine weniger aufdringliche Nutzererfahrung zu bieten. Laut einem Bericht von 5min.at setzt willhaben künftig ausschließlich native Werbeformate ein, die sich harmonischer in den Content integrieren sollen.

Diese Maßnahme erfolgt vor dem Hintergrund, dass immer mehr Werbefirmen den Ansatz der kontextbezogenen Werbung verfolgen. Diese Strategie zeigt Anzeigen basierend auf dem Inhalt der Webseite und berücksichtigt dabei nicht das Nutzerverhalten oder persönliche Daten. Der Hauptvorteil kontextbezogener Werbung liegt in der Einhaltung von Datenschutzbestimmungen, was besonders in einer Zeit, in der Drittanbieter-Cookies bald der Vergangenheit angehören werden, an Bedeutung gewinnt. Laut publift.com wird die weltweite Ausgaben für kontextbezogene Werbung bis 2030 voraussichtlich um 13,8 % pro Jahr ansteigen.

Kontextbezogene Werbung und ihre Vorteile

Kontextbezogene Werbung nutzt Schlüsselwörter und relevante Themen, um Anzeigen zu platzieren, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass diese angeklickt werden. Studien zeigen, dass kontextbezogene Anzeigen um etwa 50 % wahrscheinlicher angeklickt werden als ihre nicht relevanten Pendants und zudem um etwa 30 % höhere Konversionsraten aufweisen. Diese Art der Werbung bezieht sich auf die aktuellen Interessen der Nutzer und analysiert gleichzeitig die Struktur und den Inhalt von Webseiten. Somit wird sichergestellt, dass die Werbebotschaften thematisch relevant sind – eine Vorgehensweise, die auch in der neuen Strategie von willhaben zu finden ist. Landingi.com hebt hervor, dass kontextbezogene Werbung nicht nur die Interaktionsraten erhöht, sondern auch die Markensicherheit verbessert und insgesamt kosteneffizienter zu implementieren ist.

Die Entscheidung von willhaben, auf Programmatic Open zu verzichten, dient dem Ziel, ein exklusives Premium-Umfeld zu schaffen, welches die Akzeptanz für Inhalte erhöhen soll. Jochen Schneeberger, Head of Digital Advertising, beschreibt die neue Werbung als „neu gedacht“, und dies zeigt sich auch in der generellen Vorgehensweise, die den Nutzern ein besseres Erlebnis durch relevante Anzeigen bieten möchte.

Ausblick und Zukunftstrends

Mit der zunehmenden Rolle von KI in der Werbung, die auch in kontextbezogenen Kampagnen an Fahrt gewinnt, zeigt sich ein klarer Trend zur Verbesserung der Relevanz und Zielgenauigkeit. Die Integration von First-Party-Daten wird dabei eine wichtige Rolle spielen. Die Unternehmen, die auf kontextbezogene Werbung setzen, erhoffen sich hierbei, die Kontrolle über die Platzierung der Kampagnen zu behalten und gleichzeitig die User-Experience weiter zu optimieren. Das Vorgehen von willhaben könnte somit als Vorbild für andere digitale Plattformen dienen, die ebenfalls versuchen, ihre Werbestrategien an die Bedürfnisse der Benutzer besser anzupassen.

Insgesamt verdeutlicht die Strategieänderung bei willhaben, wie wichtig es geworden ist, die Werbung auf die Inhalte der Nutzer abzustimmen und gleichzeitig den Anforderungen an den Datenschutz gerecht zu werden. Die Plattform plant, diesen neuen Weg in der Werbung einzuschlagen, um nicht nur die Qualität der Anzeigen zu steigern, sondern auch die Zufriedenheit ihrer über 4 Millionen Nutzer zu verbessern.