Die Tunnelbohrmaschine „Krümel“ hat kürzlich 2.225 Meter des Wiental-Kanals in Wien erfolgreich durchquert. Laut presse.wien.gv.at wurden im Rahmen dieses Projektes mehr als 11.000 Tunnelbausteine, auch Tübbinge genannt, verbaut. Der Bau wird von Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky als wichtiger Schritt zum Umweltschutz und zur Verbesserung der Lebensqualität hervorgehoben.

Während der Bauarbeiten der „Krümel“ sind die Oberflächen-Einschränkungen begrenzt, da der Großteil der Arbeiten unterirdisch durchgeführt wird. Aktuell hat man bereits ein Viertel der Röhre im Westvortrieb vom Gaudenzdorfer Gürtel nach Auhof errichtet. Dies umfasst den Einsatz von 1.854 Tunnelringen.

Wichtige Bauarbeiten und Herausforderungen

Der nächste Bauabschnitt, der sich von Schlossallee bis zur Kennedybrücke erstreckt, wird bereits vorbereitet. Hierbei gilt es, die Herausforderungen durch die geringen Abstände zu den umliegenden Gebäuden zu meistern. Vor den Arbeiten werden lokale Versorgungsleitungen überprüft und gegebenenfalls umgelegt. Um den Boden gründlich zu untersuchen, wurden 110 Probebohrungen und 45 Rammsondierungen durchgeführt.

Insgesamt sind fünf Flucht- und Rettungsstollen auf der Strecke geöffnet, und es wurden 20 oberirdische Baufelder eingerichtet, während vier Auslaufkammern umgebaut werden. Die Gesamtfertigstellung des Wiental-Kanals ist für Februar 2027 geplant. Anrainer*innen werden im Zuge der Arbeiten regelmäßig informiert, wobei die Bohrgeräusche zeitweise hörbar sein können.

Umweltschutz und nachhaltige Stadtentwicklung

Das Wiental-Kanal-Projekt ist Teil eines größeren Trends der urbanen Entwicklung, wie bmz.de betont. Die Zunahme der Urbanisierung stellt Städte vor neue Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf den Klimawandel und die Notwendigkeit klimaschonender Bauweisen. Der Bau mit Zement, Stahl und Glas gefährdet die Ziele des Pariser Klimaabkommens, weshalb ein vermehrter Fokus auf ressourcenschonende Materialien und Sanierungen gelegt wird.

Deutschland fördert den Einsatz organischer, emissionsarmer Baumaterialien und hat sich verpflichtet, jährlich 4,5 bis 5,4 Billionen US-Dollar in klimafreundliche und nachhaltige Infrastruktur zu investieren. Zudem ist die Unterstützung naturnaher Lösungen, wie Grün- und Wasserflächen, entscheidend für eine lebenswerte Stadtentwicklung.

Insgesamt wird deutlich, dass Projekte wie der Wiental-Kanal nicht nur der Abwasserregulierung dienen, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Lebensqualität in urbanen Räumen leisten sollen.

Besucher*innen können sich im Infocenter „Über Unten“ am Gaudenzdorfer Gürtel über das Projekt informieren und aktuelle Entwicklungen verfolgen.