Im Zuge des U-Bahn-Ausbaus in Wien wird das Aushubmaterial des U2xU5-Projekts nachhaltig genutzt, um Ziegel zu produzieren. Laut presse.wien.gv.at handelt es sich hierbei um ein Pilotprojekt der Wiener Linien in Zusammenarbeit mit Wienerberger. Aus dem Aushubmaterial sollen rund 2,8 Millionen Ziegel hergestellt werden, die ab Mai im Baustoffhandel erhältlich sind und für verschiedene Bauprojekte geeignet sind. Diese Maßnahme gilt als zentraler Bestandteil des größten Klimaschutzprojekts Wiens, das die urbane Mobilität fördern und die CO₂-Emissionen drastisch reduzieren soll.
Bislang wurden über 35.000 Kubikmeter hochwertiger Wiener Ton aus dem Aushub gewonnen. Anstatt das Material zu deponieren, wird es wertvoller Rohstoff zur Ziegelproduktion. Die Ziegelproduktion, die im März begann, nutzt Material, das von der Tunnelvortriebsmaschine „Debohra“ ausgegraben wird, und die gefertigten Ziegel entsprechen hohen Qualitätsstandards, vergleichbar mit herkömmlichen Ziegeln. Das U2xU5-Projekt selbst umfasst den Bau von 12 neuen U-Bahn-Stationen, 6 neuen Öffi-Knoten und wird die Kapazität auf bis zu 300 Millionen Fahrgäste jährlich erhöhen.
Nachhaltige Baupraktiken in Deutschland
Parallel zu diesen Entwicklungen wird auch in Deutschland an einer nachhaltigen und regionalen Kreislaufwirtschaft im Bauprozess gearbeitet. An der Universität Paderborn entstehen mehrere Neubauten auf über 42.000 Quadratmetern Bruttogrundfläche, die besondere Wertlegung auf Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit legen. Baumaterialien wie Lehm und Kalkstein werden regional wiederverwertet, wobei Kalkstein in einem nahegelegenen Zementwerk verarbeitet wird. Der Baustoff fließt zurück in den Bauprozess und wird in anderen regionalen Projekten verwendet, wie blb.nrw.de berichtet.
Insgesamt fallen bei diesem Projekt rund 180.000 Tonnen Erd- und Gesteinsmaterial an, und durch eine effiziente Logistik konnten CO₂-Emissionen signifikant gesenkt werden. In Spitzenzeiten waren bis zu 15 Transportfahrzeuge gleichzeitig im Einsatz, deren Distanz zum Steinbruch von 30 Kilometern auf nur 3,5 Kilometer reduziert wurde. Diese Maßnahmen führen nicht nur zu einer Verringerung der Verkehrsbelastung, sondern auch zu einer Senkung der Emissionen.
Kreislaufwirtschaft im Bauwesen
Die Grundzüge der Kreislaufwirtschaft im Bauwesen werden durch die Allianz für Transformation, geleitet vom Bundeskanzler, unterstützt. Diese Initiative strebt ein zirkuläres Wirtschaften bei Bauprojekten, Baustoffen und Gebäuden an. Ein zentrales Element ist die Förderung der Wiederverwendung von Materialien, wodurch Abfälle vermieden werden und Ressourcen geschont werden. Die Kreislaufwirtschaft Deutschland identifiziert dazu mehrere Handlungsfelder, wie die Erstellung eines Bundeseinheitlichen Gebäudedatenbestands zur Unterstützung der Kreislaufwirtschaft und die Entwicklung eines digitalen Ressourcenpasses für nachhaltige Bauvorhaben.
Ein weiteres Ziel dieser Strategie ist die Aggregation aller Angaben zum Lebenszyklus von Materialien. Das beinhaltet nicht nur die Berücksichtigung von Secundärrohstoffen, sondern auch die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für regionale Baustoffbörsen und Recycling-Infrastrukturen. Auf diese Weise soll eine flächendeckende, ressourcenschonende und nachhaltige Baupraktik gefördert werden, die sowohl in Wien als auch in Deutschland an Bedeutung gewinnt.



