Martin Ho, ein bekannter Wiener Szene-Gastronom, steht erneut im Fokus der Insolvenzrisiken. Seine Heavy Urban Lifestyle GmbH, die den Nachtklub „Urban Club“ in Wien-Ottakring betreibt, hat am Handelsgericht Wien ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Mit rund 20 Mitarbeitern und einem monatlichen Umsatz zwischen 100.000 und 130.000 Euro ist das Unternehmen stark von finanziellen Problemen betroffen. Die letzten Jahre waren von Umsatzeinbußen geprägt, was dazu führte, dass Verbindlichkeiten nicht mehr vollständig bedient werden konnten. Ein Teil dieser Schulden wurde bereits gestundet oder in Ratenzahlungen umgewandelt. Die genaue Höhe der Schulden wurde im Antrag nicht spezifiziert, jedoch gibt es offene Forderungen beim Finanzamt, der Österreichischen Gesundheitskasse und einem Getränkehändler.

Die Heavy Urban Lifestyle GmbH, die bis vor Kurzem unter dem Namen DOTS Prater GmbH firmierte, bietet den Gläubigern eine Rückzahlung von 20 Prozent der Schulden an. Insgesamt werden im Insolvenzantrag 14 Gläubiger genannt, wobei eine Verbesserung dieser Quote im weiteren Verfahren nicht ausgeschlossen ist. Die letzte Bilanz aus dem Geschäftsjahr 2022 wies einen Bilanzgewinn von etwa 1,668 Millionen Euro und ein Eigenkapital von rund 1,7 Millionen Euro aus. Dieser Fall ist nicht der erste für Martin Ho, denn vor wenigen Monaten wurde auch die Betreibergesellschaft der Traditionsdiskothek Pratersauna insolvent.

Gastronomie im Krisenmodus

Die Insolvenz von Martin Hos Unternehmen ist Teil eines größeren Trends in der Gastronomiebranche in Österreich. Laut Informationen von 5min.at gab es im Jahr 2023 bereits 162 Insolvenzen in der Gastronomie. Insbesondere die vegane Burgerkette Swing Kitchen steht unter Druck, nachdem sie ihren Sanierungsplan nicht erfüllen konnte. Die gastronomischen Betriebe leiden unter steigenden Kosten und sinkenden Umsätzen, wozu auch ein verändertes Konsumverhalten der Gäste beigetragen hat. Diese bestellen weniger Getränke und Nachspeisen und verlassen die Lokale früher.

Thomas Peschta, Obmann der Wiener Gastronomie, fordert politische Maßnahmen, um die Betriebe bei Energie- und Netzkosten zu entlasten. Er verweist auch auf Managementfehler, die aufgrund einer zu schnellen Expansion und stagnierenden Märkten zu Insolvenzen führen können. Swing Kitchen wird dabei als Beispiel angeführt. In diesem unsicheren Umfeld versuchen viele Gastronomiebetriebe, durch rechtzeitige Insolvenzverfahren eine Rettung in Aussicht zu stellen. Dennoch bleibt die Lage angespannt, und die Unsicherheit bezüglich der Öffnungszeiten vieler Gastronomen in Wien wächst.