Die Vienna Film Commission hat heute, am 25. Februar 2026, auf ihrer Bilanzpressekonferenz die Entwicklung des Filmstandorts Wien für das Jahr 2025 dargestellt. Trotz erheblicher Herausforderungen sah sich die Branche mit einem deutlich positiven Ergebnis konfrontiert. Presse Wien berichtet, dass die massiven Kürzungen der Filmförderungen des Bundes, die im Jahr 2025 wirksam wurden, weniger Auswirkungen auf Wien hatten als ursprünglich befürchtet.

Marijana Stoisits, Geschäftsführerin der Vienna Film Commission, betonte, dass es trotz der Planungsunsicherheit, bedingt durch die ausgesetzten Förderungen ÖFIplus und FISAplus, zu einem Anstieg der Anträge für Dreharbeiten kam. Laut Kurier wurden 2025 insgesamt 755 Anträge für nationale und internationale Projekte eingereicht – ein Plus von 12,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Dreharbeiten und Projekte

Besonders im ersten Halbjahr 2025 stieg das Drehaufkommen um 25 Prozent. In den letzten sechs Monaten des Jahres sahen die Zahlen jedoch einen Rückgang um 9 Prozent. Diese Veränderungen stehen in direktem Zusammenhang mit der Verfügbarkeit von Fördermitteln, die stark eingeschränkt waren. Insgesamt registrierte Wien rund 3.000 Drehtage, was einem Rückgang von 6 Prozent im Vergleich zu 2024 entspricht.

Die Anträge für internationale Projekte gingen um fast 30 Prozent zurück, mit 110 Empfehlungen für 67 internationale Produktionen, was fast ein Drittel weniger ist als im Vorjahr. Stoisits hob hervor, dass die Hauptanfragen aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich und 19 weiteren Ländern kamen. Unter den herausragenden Produktionen des Jahres fanden sich Werke wie „Die Blutgräfin“ und „Der Wachtmeister“.

Attraktivität des Filmstandorts Wien

Veronica Kaup-Hasler, die Kultur- und Wissenschaftsstadträtin, unterstrich die Attraktivität Wiens als Dreh- und Produktionsstandort. Dabei wurde auch die neue HQ7 Studios in Simmering hervorgehoben, die vollständig in Betrieb genommen wurden und zur Erhöhung der Konkurrenzfähigkeit Wiens beitragen. Der Standort hat bereits Erfolge wie die Produktion der Serie „Pflegeleicht“ vorzuweisen.

Im Rahmen der Förderung gab es ein positives Signal bezüglich der Weiterdotierung des Vienna Film Incentives, um internationale Produktionen für Wien zu gewinnen. Die Vienna Film Commission erhielt für ihre Anstrengungen den EUFCN Location Award und war für den Global Production Award nominiert.

Ausblick auf 2026

Für das Jahr 2026 belastet die Unsicherheit bezüglich der Filmförderungen und Filmincentives die weitere Entwicklung des Filmstandorts Wien. Die Informationen hinsichtlich einer möglichen Streamingabgabe, die von Kulturminister Andreas Babler befürwortet wird, liefern einen zusätzlichen Diskussionspunkt für die kommenden Monate. Branchenvertreter äußern sich skeptisch, während die Diskussion über die Auswirkungen auf lokale TV-Sender bereits begonnen hat.

Insgesamt zeigt sich, dass der Filmstandort Wien trotz der Herausforderungen im Jahr 2025 weiterhin ein wichtiger Akteur in der internationalen Filmbranche bleibt und neue Wege sucht, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Weitere Informationen zu den Entwicklungen sind auf ORF Wien zu finden.