Am 15. Februar 2026 steht das 348. Wiener Derby zwischen SK Rapid und FK Austria Wien auf dem Programm. Anpfiff ist um 17 Uhr, und die Vorfreude auf das prestigeträchtige Duell wird durch die Rückkehr der Auswärtsfans verstärkt. Dies ist das erste Mal seit 2024, dass Gästefans wieder im Stadion erlaubt sind, nachdem beide Klubs zuvor freiwillig auf deren Anwesenheit verzichtet hatten. Der Druck auf die Polizei ist groß, die in höchster Alarmbereitschaft ist, um ein sicheres Spiel zu gewährleisten. Vor dem Derby plant die Rapid-Fanszene zudem einen großen Fanmarsch zum Stadion.
Die Vorbereitungen kommen nicht unvorbereitet: Im Vorfeld hat ein Treffen der Bundesliga mit den beiden Vereinen stattgefunden, nachdem es beim letzten Derby zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kam. Ziel dieses Treffens war es, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit der Fans und aller Beteiligten zu gewährleisten. Bundesliga-Vorstandsvorsitzender Christian Ebenbauer unterstreicht die Wichtigkeit einer positiven Stadionatmosphäre und der Sicherheit für alle Zuschauer. Auch die Vorstände beider Klubs haben sich erneut dazu bekannt, Gewalt entschieden abzulehnen und die Rückkehr der Gästefans möglich zu machen, gegebenenfalls unter strengen Sicherheitsmaßnahmen.
Die Ausgangslage
Auf sportlicher Ebene haben beide Teams viel zu kämpfen. Rapid hat seit Anfang November keine Partie mehr gewonnen und wartet seit sieben Spielen auf einen Sieg. Dieser Zeitraum beinhaltete vier Remis und drei Niederlagen. Neutrainer Hoff Thorup steht unter Druck, nachdem schon ein Cup-Aus gegen Ried und ein ernüchterndes 1:1 gegen Hartberg zu beklagen waren.
Im Gegensatz dazu befindet sich FK Austria Wien nach einem erfolgreichen 2:0-Sieg in Salzburg auf einem Aufwärtstrend. Trainer und Spieler von Austria bereiten sich darauf vor, mit vollem Elan in das Derby zu gehen, während Rapid dringend einen Erfolg benötigt, um sich einen Platz in der Meistergruppe zu sichern. Sportgeschäftsführer Markus Katzer betont, wie wichtig ein Sieg im anstehenden Derby für das Selbstvertrauen der Mannschaft wäre.
Sicherheitsdebatte und Maßnahmen
Die aktuellen Ereignisse rund um die Stadionsicherheit werfen ein Licht auf eine größere Problematik im deutschen Fußball. Vor einem Treffen der Innenminister-Konferenz gab es Spannungen zwischen Fans und Politik, wobei Sicherheitsbedenken immer wieder zur Diskussion stehen. Vorfälle wie die gewalttätigen Auseinandersetzungen beim letzten Derby erhöhen den Druck auf alle Beteiligten, ein sicheres Umfeld zu schaffen.
Es ist bemerkenswert, dass trotz der geforderten Sicherheitsmaßnahmen und in Anbetracht von mehr Zuschauern und Spielen in der Saison 2024/2025 die Zahl der Straftaten und Polizeieinsätze in einigen Regionen gesenkt werden konnte. Diese Entwicklungen machen deutlich, dass Sicherheitskonzepte im Fußball von großer Bedeutung sind, jedoch auch nach wie vor kritisch hinterfragt werden müssen. Fans fordern, dass Stadionbesuche nicht per se als gefährlich dargestellt werden und verweisen auf eine sichere Atmosphäre in den meisten Situationen.
Wie die aktuelle Situation der Wiener Derbys zeigt, bleibt die Herausforderung bestehen, die richtige Balance zwischen Sicherheit und dem Erhalt von Fußballfesten für Fans zu finden. Angelangt im 348. Derby, bleibt zu hoffen, dass die Geister der Vergangenheit nicht in die Gegenwart zurückkehren und ein ruhiger Spielverlauf gegeben ist.