Im Februar 2026 fand der vierte Schulteamworkshop des dritten Durchgangs des Wiener Bildungsversprechens statt, an dem 15 Schulen teilnahmen. Ziel des Programms, das von der Stadt Wien ins Leben gerufen wurde, ist die Unterstützung von Wiener Pflichtschulen bei der eigenverantwortlichen und nachhaltigen Schulentwicklung. Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling betont die Bedeutung dieses Programms für die Wiener Bildungsoffensive und hebt hervor, wie wichtig die schulübergreifende Zusammenarbeit, das Community Building und der Wissenstransfer sind. Diese Art von kollaborativem Lernen ist zentral für das Programm, das durch halbjährliche Workshops begleitet wird, die den Teilnehmenden Raum für Reflexion und standortspezifische Planung bieten.
Das Wiener Bildungsversprechen, das bereits 37 Schulen aus verschiedenen Wiener Gemeindebezirken einbindet – darunter 18 Volksschulen, 17 Mittelschulen und 2 inklusive Schulen – wird über einen Zeitraum von zwei Jahren umgesetzt. Schulleiter*innen, Pädagog*innen und Freizeitpädagog*innen arbeiten hierbei an der langfristigen Wirksamkeit ihrer Entwicklungsmaßnahmen. Unterstützung erfahren sie durch persönliche Schulentwicklungsberater*innen, die individuelle Strategien erarbeiten. Das Konzept der „Lernenden Organisation“ nach Peter Senge wird als theoretischer Rahmen für die nachhaltige Schulentwicklung verwendet. Die Teilnehmer*innen haben die Möglichkeit, ihre Veränderungsmaßnahmen zu präsentieren, wobei Themen wie kollegiale Intervisionen und neue digitale Kommunikationskanäle angesprochen werden.
Fokus auf Nachhaltigkeit und Entwicklung
Das Programm bietet außerdem Workshops zu Wissensmanagement, Learning Communities sowie Reflexions- und Feedbacktools an. Dabei wird auch der Akzent auf die Einbindung von Freizeitpädagog*innen in die Entwicklungsprozesse gelegt, um das Schulklima zu verbessern. Barbara Holub von der Pädagogischen Hochschule Wien hebt den Mehrwert des Programms für die nachhaltige Schulentwicklung hervor. Patrick Wolf von der Bildungsdirektion betont die Stärkung der Schulleiter*innen durch externe Beratung, was eine wichtige Grundlage für die erfolgreiche Umsetzung der Entwicklungsstrategien darstellt.
Die Abschlussreflexion der Workshops verdeutlicht den Wert des voneinander Lernens und des gemeinsamen Austauschs. Durch diese Maßnahmen soll nicht nur die Qualität der schulischen Angebote steigen, sondern auch ein positives Schulklima gefördert werden. In diesen Bemühungen spiegelt sich die generelle Richtung der österreichischen Bildungspolitik wider. Erst kürzlich wurde im Nationalen Bildungsbericht 2024 auf wichtige Trends und Herausforderungen im Bildungsbereich hingewiesen. Beispielsweise wird prognostiziert, dass die Anzahl der Schüler:innen im schulpflichtigen Alter bis 2050 steigen wird. Diese Entwicklung stellt auch für Wien eine Herausforderungen dar, insbesondere vor dem Hintergrund eines hohen Anteils an Schüler:innen mit Migrationshintergrund und der Integration geflohener Kinder, nach der anhaltenden Krise in der Ukraine.
Bildungspolitische Herausforderungen
Im Schuljahr 2023/2024 machten Quereinsteigende 8,4 % der neu angestellten Lehrpersonen aus. Das Quereinstiegsprogramm verzeichnete eine Vielzahl an Bewerbungen, Zertifizierungen und letztendlich Einstellungen, zeigte jedoch auch Herausforderungen im Verbleib der neuen Lehrkräfte auf. Wichtige Faktoren, die den Verbleib im Lehrberuf bestimmen, sind vor allem die Wertschätzung durch das Kollegium sowie moderate Herausforderungen innerhalb der Schulen. Diese Aspekte sind zentral für die künftige Stabilität im Lehrkräftebereich.
Angesichts der Herausforderungen durch neue Technologien wie der künstlichen Intelligenz im Bildungsbereich, die auch im Unterricht behandelt wird, ist es entscheidend, eine demokratische Schulkultur zu fördern, um den Bedürfnissen aller Schüler:innen gerecht zu werden. Eine regelmäßige Evaluierung und Anpassung der Programme an die sich verändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen bleibt dabei unerlässlich. Das Wiener Bildungsversprechen stellt in diesem Kontext einen immer wichtigeren Baustein in der zukunftsorientierten Schulentwicklung dar.
Für weitere Informationen zu den Initiativen im Bildungsbereich besuchen Sie bitte die Presse Wien und das Parlament.