In einer tragischen Wendung der Ereignisse sind zwei obdachlose Männer in Wien während der aktuellen Kältewelle erfroren. Dies berichtet oe24.at. Beide Männer wurden von Streetworkteams der Caritas gefunden, die sich um die Hilfsbedürftigen in der Stadt kümmern. Am Samstag wurde ein 57-jähriger Obdachloser in kritischem Zustand in der Frauenstiftgasse in Floridsdorf entdeckt und ins Krankenhaus gebracht, wo er später verstarb. Am Sonntag fand ein Streetworker einen reglosen Mann im Martin-Luther-King-Park in Favoriten, die Rettung konnte nur noch den Tod feststellen.

Die Identität des zweiten Mannes ist noch unklar, und Ermittlungen dazu laufen derzeit. Es ist bekannt, dass die beiden Männer bereits zuvor Kontakt zu Sozialarbeitern hatten, diese aber aus verschiedenen Gründen nicht in eine Notschlafstelle gehen wollten. Markus Hollendohner, Leiter der Obdach- und Wohnungslosenhilfe im Fonds Soziales Wien (FSW), äußerte sich betroffen über diese tragischen Todesfälle und betonte die drängende Notwendigkeit, obdachlosen Menschen in der Stadt Hilfe anzubieten.

Wachsender Hilfsbedarf in der Kälte

Die Situation spitzt sich zu, da die eisigen Temperaturen in Wien anhalten, mit Höchstwerten um null Grad in der kommenden Woche. Klaus Schwertner, Direktor der Caritas Wien, informierte darüber, dass täglich bis zu 350 Anrufe am Kältetelefon eingehen und in diesem Winter bereits 8.000 Anrufe verzeichnet wurden. Das Kältetelefon ist von November bis Ende April rund um die Uhr für hilfsbedürftige Menschen erreichbar und wird intensiv genutzt. Die Hilfe erfolgt unter anderem durch mobile Kältebusse, die täglich unterwegs sind, um Meldungen nachzugehen und individuelle Hilfe anzubieten.

Die Stadt Wien verfügt über etwa 1.000 Schlafplätze im Rahmen der städtischen Winternothilfe, einschließlich 13 Notquartieren und drei Wärmestuben, die bis Ende April geöffnet bleiben. Ein wichtiges Hilfsmittel in dieser Situation stellt auch die KälteApp dar, über die medizinische Notfälle oder die Lage obdachloser Menschen gemeldet werden können. Schwertner warnte jedoch, dass nicht alle Menschen bereit sind, Hilfe anzunehmen, selbst wenn das Alarmsystem funktioniert.

Die Herausforderungen für Obdachlose

Die Lebensbedingungen für obdachlose Menschen sind im Winter besonders hart, wie auch die ASB hervorhebt. Schwierigkeiten beim Zugang zu warmer Kleidung und Schlafsäcken sowie eingeschränkter Zugang zu sanitären Einrichtungen belasten die Situation zusätzlich. Die Kältehilfe-Maßnahmen sind daher dringend notwendig und schließen die Verteilung von Hygieneartikeln und wärmenden Schlafsäcken ein. Die steigende Zahl obdachloser Menschen in den letzten Jahren ist ebenfalls besorgniserregend, wobei häufige Gründe für Obdachlosigkeit Trennung, Tod oder Arbeitsplatzverlust sind.

Die Kältehilfe-Leistungen sind nicht nur in Wien von Bedeutung. Bundesweite Kältehilfe-Aktionen, wie sie auch in Köln durchgeführt werden, bieten obdachlosen Menschen Unterstützung, einschließlich warmer Mahlzeiten, medizinischer Versorgung und warmen Getränken. Die Arbeit von Ehrenamtlichen und Organisationen wie der Caritas und ASB ist daher ein entscheidender Beitrag zur Linderung der Notsituation in den Gemeinden.