Am 26. Jänner 2026 wird eine ära in der Wiener Gastronomie enden: Das China-Restaurant „Shanghai“ in der Jasomirgottstraße wird am 22. Februar schließen. Als zweitältestes chinesisches Restaurant Wiens, das 1963 eröffnet wurde, hat das „Shanghai“ über Jahrzehnte hinweg Wiener und Touristen mit seinen süßsauren Klassikern in einem barocken Ambiente begeistert. Die markante Inneneinrichtung, geprägt von goldenen Löwen, Laternen und Drachen, spiegelt die kulturelle Vielfalt wider, die es seit seiner Gründung verkörperte.
Nach dem Tod des ursprünglichen Betreibers übernahm Tim Urban das Restaurant, unterstützt von Weinhändler Robert Stark. Urban, der zuvor das Restaurant „Sichuan“ im Donaupark geleitet hatte, plant, mit einer neuen kulinarischen Ausrichtung den Standort weiterzugeben. Die Gastro-Kette „Türkis“, bekannt für ihre orientalische Küche, wird die Räumlichkeiten übernehmen. Diese Kette hat bereits erfolgreich einen ehemaligen „Wienerwald“ umgewandelt, und es ist vorgesehen, dass das Interieur des „Shanghai“ weitgehend erhalten bleibt.
Ein kulinarischer Rückblick
Die Küche des „Shanghai“ ist geprägt von authentischen Gerichten der Shanghai-Küche sowie beliebten austro-chinesischen Klassikern. Besonders geschätzt werden das „Steirerhuhn“, das als „Lemon Chicken“ serviert wird, sowie gewürzte Tofu-Gerichte. Tim Urban, als Geschäftsführer und Weinenthusiast, sorgte für eine außergewöhnliche Weinauswahl, die in speziellen Winzer-Menüs präsentiert wurde. Das Restaurant hatte von Montag bis Samstag von 11:30 bis 22:30 Uhr geöffnet.
Zusammen mit der Schließung des „Shanghai“ wird auch eine neue kulinarische Ära eingeläutet. Zukünftig plant „Türkis“, eine spannende Mischung aus Levante-Küche und Wiener Klassikern anzubieten. Diese Fusion reiht sich in die lange Tradition der Wiener Küche ein, die als Fusionsküche mit Einflüssen aus den Kronländern bekannt ist. Im 19. Jahrhundert erlebte die Wiener Küche zahlreiche Veränderungen und Anpassungen, die sich bis in die heutige Zeit fortsetzen.
Die Wiener Küche im Wandel
Die Wiener Küche selbst hat eine faszinierende Geschichte, die von der Verfügbarkeit von Zutaten und kulturellen Einflüssen geprägt ist. Die Einführung neuer Agrarprodukte aus Amerika, wie Kartoffeln und Tomaten, hat die kulinarische Landschaft bereichert. Gleichzeitig ist die Wein- und Mehlspeiskultur zu einem festen Bestandteil der Wiener Gastronomie geworden. Die alljährlichen Traditionen und die Anpassungen an soziale und wirtschaftliche Veränderungen haben die Wiener Küche bis heute lebendig gehalten.
Während die Stadt sich auf die Schließung des „Shanghai“ vorbereitet, bleibt die Hoffnung, dass das Erbe dieses besonderen Ortes in neuer Form weiterlebt. Mit dem Wechsel zu „Türkis“ und der geplanten Mischung aus Levante-Küche und Wiener Klassikern steht Wien ein weiterer aufregender kulinarischer Abschnitt bevor.
Für weitere Informationen über das China-Restaurant „Shanghai“ besuchen Sie bitte die Website www.shanghai.at oder kontaktieren Sie das Restaurant telefonisch unter 01/533 74 19.
Mehr über diese Entwicklung erfahren Sie in den Berichten von OE24 und Servus in Wien sowie über die Hintergründe der Wiener Küche auf Wiener Küche.