Im Jänner 2026 erleben zwei traditionelle Würstelstände in Wien eine bemerkenswerte Transformation: Sie bieten den gesamten Monat über ausschließlich vegane Produkte an. Diese Idee steht im Zeichen des internationalen Veganuary, der Menschen weltweit dazu anregt, im Jänner auf tierische Produkte zu verzichten. Betreiber Mike Lanner bezeichnet dieses Vorhaben als Experiment, das durchaus gemischte Reaktionen hervorrufen könnte.

„Die Entscheidung, unseren Kunden rein pflanzliche Alternativen anzubieten, ist ein mutiger Schritt“, äußert Lanner, der darauf hofft, dass die positiven Erfahrungen im Veganuary zu einem „veganen Februar“ führen könnte. Bereits vor dem Veganuary war das Sortiment der Stände, die in der Pfeilgasse in der Josefstadt und an der U4 Station Spittelau betrieben werden, zu 60 Prozent pflanzlich gestaltet.

Vielfältiges veganes Sortiment

Im Rahmen des Aktionsmonats werden einige innovative Produkte angeboten, darunter die „Currywurst“, das „Southern Style Backhendl“ aus Austernpilzen und der „Kopenhagen Dog“. Lanner hat zudem eine Geld-zurück-Garantie für seine veganen Speisen eingeführt, um skeptischen Kunden den Einstieg zu erleichtern. Unterstützung erhält er von der Veganen Gesellschaft Österreich, deren Vertreter Felix Hnat von einem rückläufigen Fleischkonsum berichtet.

Die Umstellung auf rein vegane Speisen ist temporär und wird als Testlauf für die mögliche Rückkehr pflanzlicher Würstelstand-Konzepte in der Stadt angesehen. Es ist wichtig zu beachten, dass der letzte rein vegane Würstelstand in Wien bereits 2024 schließen musste, was die aktuelle Initiative besonders bemerkenswert macht.

Kritik und Unterstützung

Obwohl die Initiative auf Begeisterung stößt, kommt auch Kritik von anderen Würstelstandbetreibern. Sepp Bitzinger, ein bekannter Betreiber der Stadt, äußert Bedenken, dass vegane Produkte wie Fleischprodukte behandelt werden, und meint, diese seien hochindustrialisiert und gesundheitlich fragwürdig.

Trotz dieser kritischen Stimmen sieht Martin Balluch vom Verein gegen Tierfabriken den Schritt als begrüßenswert an und hebt hervor, dass dies möglicherweise zu nachhaltigeren Essgewohnheiten führen könnte. Während der Veganuary mehr als 25 Millionen Menschen weltweit dazu motiviert, vegane Lebensstile auszuprobieren, betonen die Initiatoren, dass der Ansatz auch kleine Veränderungen im Alltag fördern soll, etwa durch den Austausch von Kuhmilch durch Pflanzenmilch.

Statistiken belegen zudem den positiven Einfluss des Veganuary auf das Konsumverhalten: Etwa 26 Prozent der Teilnehmer entscheiden sich, nach dem Event weiterhin vegan zu leben. Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind ebenfalls nicht zu vernachlässigen, da der Fleischabsatz im deutschen Einzelhandel während des Veganuary um 12,5 Prozent gesenkt wurde. Diese Umwälzungen zeigen, wie eine einfache Änderung der Ernährung auch weitreichende Folgen haben kann.

Mike Lanners mutiger Schritt, das Angebot seiner Würstelstände umzustrukturieren, spricht also nicht nur Verbraucher an, die ihre Essgewohnheiten überdenken möchten, sondern könnte gegebenenfalls auch den Weg für eine breitere Akzeptanz veganer Alternativen in der Gastronomie ebnen.

Für alle, die sich an dieser Bewegung beteiligen möchten, bietet der Veganuary verschiedene kostenlose Ressourcen wie Starter-Kits und Rezeptvorschläge an, um die Umstellung erleichtern.

Weitere Informationen zu den Veränderungen und dem Veganuary finden Sie unter Vienna.at, Focus und Utopia.