
In Wien hat eine neue Sonderaktion, die am 1. Juli 2024 gestartet wurde, bereits mehr als 1.000 Menschen in unbefristete Gemeindewohnungen verholfen. Diese Maßnahme wurde von Wiener Wohnen initiiert, um Personen mit auslaufenden Mietverträgen im privaten Wohnsektor zu unterstützen. Bis zum Anmeldeschluss am 28. Februar 2025 können sich weiterhin Betroffene um eine sichere Wohnsituation bewerben. Besonders in Zeiten, in denen nur 44 Prozent der neuen Mietverträge unbefristet sind, erweist sich diese Initiative als wichtiges Hilfsangebot.
Die Stadt Wien stellte insgesamt 1.000 unbefristete Wohnungen zur Verfügung, die keine Kaution oder Eigenmittel erfordern. Die durchgehende Unterstützung ist eine Antwort auf die zunehmende Problematik von befristeten Mietverhältnissen, die viele Wienerinnen und Wiener in Existenzängste versetzen. Aktuell befinden sich außerdem weitere 130 Interessent*innen im Auswahl- oder Besichtigungsprozess.
Kriterien für die Teilnahme
Um an der Sonderaktion teilnehmen zu können, müssen Interessierte einige Kriterien erfüllen: Das Mindestalter beträgt 18 Jahre, und die Antragsteller*innen müssen seit mindestens zwei Jahren ihren Hauptwohnsitz in Wien haben. Des Weiteren sind österreichische Staatsbürgerschaft oder ein gleichgestellter Status erforderlich. Zudem gelten Einkommenshöchstgrenzen, die in der individuellen Lebenssituation berücksichtigt werden.
Ab dem 1. Mai 2025 wird der Zugang zu Gemeindewohnungen erleichtert: Zwei Jahre Hauptwohnsitz in Wien werden mit einer unbegrenzten Anzahl von Adressen anerkannt. In einer weiteren Entwicklung wird eine neue Vergabekategorie für Haushalte eingeführt, die unter Teuerung leiden. Hierbei ist ein positiver Bescheid für die Wohnbeihilfe Neu oder Mietbeihilfe erforderlich.
Langfristige Perspektiven
Die unbefristeten Mietverträge bieten den Mietern eine langfristige Sicherheit, die aufgrund der Volatilität des Wohnmarktes dringend benötigt wird. Ab dem Jahr 2026 plant Wien die Einführung eines zentralen Wiener Wohn-Tickets für Gemeindewohnungen und geförderte Wohnungen, welches ein flexibles Punktesystem zur besseren Berücksichtigung individueller Lebenssituationen nutzen wird. Die bestehende Regelung, der Wien-Bonus für Langzeit-Wiener*innen, bleibt weiterhin bestehen.
Zusätzlich zu diesen Maßnahmen gibt es besondere Regelungen für Personen, die aufgrund von persönlichen Umständen wie Scheidungen oder Delogierungen in schwierige Wohnsituationen geraten sind. So müssen beispielsweise im Falle einer Scheidung oder Trennung des Lebensmittelpunkts bestimmte Nachweise erbracht werden, wie zum Beispiel ein rechtskräftiger Scheidungsbeschluss oder eine Alimentenvereinbarung. Bei Delogierungen sind relevante Unterlagen wie ein rechtskräftiges Räumungsurteil erforderlich, um Unterstützung zu erhalten. Diese Informationen sind detailliert auf der Webseite von Wiener Wohnen nachzulesen hier.
Die Initiative zielt darauf ab, den sozialen Wohnungsbau in Wien nachhaltig zu stärken und den betroffenen Bürger*innen ein stabiles und sicheres Zuhause zu ermöglichen. Solche Programme sind notwendig, um der wachsenden Zahl von Menschen zu helfen, die Gefahr laufen, aufgrund steigender Mieten und begrenzter Angebote wohnungslos zu werden, wie auch die Volkshilfe Wien in ihrem aktuellen Bericht betont hier.
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