Wien ist in Aufbruchstimmung, wenn es um die Aufklärung über psychische Erkrankungen geht. Im Rahmen des Projekts „BASTA“ stehen Schüler*innen der Stadt im Mittelpunkt. Initiatoren sind die Psychosozialen Dienste (PSD) Wien und die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK). In diesem innovativen Projekt treten professionelle Musiker*innen und Erfahrungsexpert*innen an, um zusammen mit den Jugendlichen den Song „Not Just A Phase“ zu produzieren. Dieser thematisiert die psychischen Belastungen, die vielen jungen Menschen zumeist im Stillen die Lebensfreude nehmen.
Ein zentraler Aspekt der Botschaft ist, dass sich jeder Mensch sicher und angenommen fühlen muss. Ewald Lochner, der Koordinator für Psychiatrie, Sucht- und Drogenfragen der Stadt Wien, hebt die Bedeutung des Dialogs mit Jugendlichen hervor. „BASTA“ schafft nicht nur musikalische Räume, sondern fördert auch den Austausch über psychische Themen und die Enttabuisierung von Stigmatisierung. Agnes Streissler-Führer von der ÖGK stellt fest, wie wichtig die kreative Mitgestaltung durch die Schüler*innen ist.
Die Relevanz der Stigmatisierung
Stigmatisierung ist ein weit verbreitetes Problem, das nicht nur Betroffene von psychischen Erkrankungen betrifft, sondern auch deren Angehörige. Das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) hat aus seinen Informationen entnommen, dass etwa 80% der Menschen mit Schizophrenie und Depression Diskriminierung erfahren haben. Prof. Dr. Nicolas Rüsch, als Stigmaforscher aktiv, betont die gravierenden Folgen, darunter Rückzug, Demoralisierung und ein erhöhtes Risiko für Suizid. Oft ist die Stigmatisierung eine „zweite Krankheit“, die die psychische Erkrankung selbst überlagert.
Ein wirksamer Umgang mit diesem Thema erfordert Programme, die den direkten Kontakt zwischen Menschen mit und ohne psychische Erkrankungen fördern. So wurde das Projekt „In Würde zu sich stehen“ ins Leben gerufen, um den Betroffenen Perspektiven zu eröffnen und ihnen zu helfen, offen über ihre Erkrankung zu sprechen.
Ein Schritt in die richtige Richtung
Das Projekt „BASTA“ ist ein herausragendes Beispiel für eine solche kontaktorientierte Antistigma-Arbeit, die in Schulen stattfindet. Es wird eine wissenschaftliche Bewertung des Programms durchgeführt, um herauszufinden, ob es tatsächlich gelingt, Vorurteile unter Schüler*innen abzubauen. Das Engagement lokaler Initiativen wie „BASTA“ zeigt, wie wichtig es ist, gesellschaftliche Vorurteile abzubauen und Hilfsangebote besser zugänglich zu machen. Das Musikvideo zum Song wird am 24. Jänner veröffentlicht und ist ein fester Bestandteil dieses aufregenden und wichtigen Projektes.
Für weitere Informationen und um das Musikvideo zu sehen, besuchen Sie Wien.gv.at oder BASTA gegen Stigma. Für weitergehende Informationen zur Stigmatisierung und deren Abbau empfiehlt sich ein Blick auf die Webseite des DZPG.