Ein 46-jähriger Mann wurde am Freitagmorgen, den 16. Jänner 2026, in Wien im 22. Bezirk festgenommen, nachdem seine Partnerin die Polizei gerufen hatte. Sie berichtete, dass der Mann sie mehrfach mit dem Umbringen bedroht habe. Die Polizei kam aufgrund eines bereits bestehenden Streits in die Wohnung des Paares, wo es offenbar auch zu einer nicht angezeigten Körperverletzung gekommen war. Vor Ort trafen die Beamten den Verdächtigen im Stiegenhaus an, wo er seine Partnerin erneut in einer Fremdsprache bedrohte, während die Polizei anwesend war. Dies führte zu seiner vorläufigen Festnahme.

Der Mann erhielt nicht nur ein Betretungs- und Annäherungsverbot, sondern auch ein vorläufiges Waffenverbot. Bei einer Kontrolle stellte sich zudem heraus, dass er ein Fahrzeug fuhr, das auf seine Partnerin zugelassen war, jedoch über keine gültige Lenkberechtigung verfügte. Zudem verweigerte er mehrere Alkoholtests und zeigte sich bei seiner Einvernahme nicht geständig. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wurde er schließlich auf freiem Fuß angezeigt. Für Betroffene gibt es zahlreiche Hilfsangebote, wie die Wiener Polizei unter 133 und das Landeskriminalamt Wien unter 0800 216346, die persönliche Beratungen anbietet.

Partnerschaftsgewalt im Fokus

Die Thematik der Partnerschaftsgewalt ist nicht neu, jedoch oft unterschätzt. Viele Menschen sind sich nicht bewusst, wo das Verhalten in einer Beziehung als gewalttätig erachtet werden kann. Kontrollierendes Verhalten, Schubsen oder Druck zu sexuellen Handlungen sind klar inakzeptable Grenzüberschreitungen, die als Missbrauch gelten. Eine YouTube-Kampagne der Polizeilichen Kriminalprävention hat sich zum Ziel gesetzt, das Bewusstsein für diese Probleme zu schärfen. Die Kampagne beinhaltet unter anderem Video-Podcasts, in denen Betroffene ihre Erlebnisse schildern und Experten Hilfsangebote aufzeigen.

Häusliche Gewalt umfasst nicht nur Partnerschaftsgewalt, sondern auch innerfamiliäre Gewalt. Laut dem Bundeslagebild „Häusliche Gewalt“ des BKA wurden im Jahr 2024 in Deutschland 171.069 Personen Opfer von Partnerschaftsgewalt. Rund 80% dieser Opfer waren Frauen, während 77,7% der Tatverdächtigen Männer waren. Die häufigsten Delikte in diesem Kontext sind Körperverletzungen. Es ist alarmierend zu sehen, dass 132 Frauen und 24 Männer 2024 durch Partnerschaftsgewalt ihr Leben verloren.

Hilfe und Unterstützung

Um die Situation für Betroffene zu verbessern, ist es wichtig, dass mögliche Opfer sich der Hilfsangebote bewusst sind. Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist unter der Nummer 116 016 erreichbar, und für Männer gibt es unter 0800 1239900 entsprechende Anlaufstellen. Der Weiße Ring e.V. bietet unter der Nummer 116 006 Unterstützung an, und für Kinder und Jugendliche gibt es das Kinder- und Jugendtelefon unter 116 111. Die Dunkelfeld-Opferbefragung zeigt, dass die Anzeigequote bei Partnerschaftsgewalt unter 5% liegt, was auf eine hohe Dunkelziffer und das Tabu um das Thema hinweist.