Die „Spark Art Fair“, die in der Wiener Marx-Halle als Plattform für zeitgenössische Kunst gedacht war, pausiert im Jahr 2026. Diese Entscheidung fiel nach der Absage der Messe im Jahr 2023 und ist Teil einer strategischen Neuausrichtung des Wiener Kunstmarkts. Das Organisationsteam kündigte an, im kommenden Jahr einen Dialog mit verschiedenen Interessengruppen zu führen, um den Kunststandort Wien zu revitalisieren. Vertreter aus Politik, Kunstschaffenden, Sammlern und weiteren Stakeholdern sollen in diesen Diskurs einbezogen werden. Geschäftsführer Niclas Schmiedmaier betont die Dringlichkeit, unter den derzeitigen Rahmenbedingungen tragfähige Plattformen für Künstler und Galerien zu schaffen. „Nur gemeinsam werden wir Wien als Standort stärken“, so Schmiedmaier, der auch auf die Notwendigkeit hinweist, Zeit für die Vorbereitung des nächsten Levels der Messe zu nehmen.
Die auf März 2024 geplante fünfte Ausgabe wird somit nicht stattfinden. Die Entscheidung zur Pause folgt auf die Mitteilung, dass die Messe Viennacontemporary in ihrer bisherigen Form nicht mehr fortbestehen kann, nachdem diese in finanzielle Schwierigkeiten geraten war. Die Absage der Spark Art Fair wird als Beginn einer grundlegenden Neuordnung des Kunststandorts Wien angesehen. Martin Janda, Obmann des Verbandes Österreichischer Galerien zeitgenössischer Kunst, äußerte, dass die Vielzahl an Kunstmessen in Wien unübersichtlich sei. Er betont, dass statt mehrerer Messen weniger, aber qualitativ hochwertige Veranstaltungen notwendig sind, um den Kunstmarkt zu stabilisieren.
Die wegbereitende Rolle der Spark Art Fair
Die Spark Art Fair, gegründet von Renger van den Heuvel im Jahr 2021, wurde während der Corona-Pandemie als Lichtblick angesehen. Dennoch führten Unsicherheiten nach dem Abgang des ursprünglichen Veranstalters zur Absage der Messe im Jahr 2023. Kleinformatige Messen, wie die „Affordable Art Fair“, gewinnen inzwischen an Bedeutung, jedoch fehlt es an einem einzigartigen Event, das den Wegfall von Spark und Viennacontemporary ausgleicht.
Fragen zu Themen wie Eigentümern, Sponsoring und Markenrechten bleiben nach der jüngsten Absage offen. Auch andere Kunstveranstaltungen, wie die „Art & Antique“ in Salzburg, mussten abgesagt werden, jedoch wurden keine wirtschaftlichen Gründe genannt; hier gab es Probleme mit dem denkmalgeschützten Austragungsort. Das Organisationsteam der Spark sieht die Pause als Chance, den gesamten Kunststandort Wien neu zu denken und tragfähige Konzepte zu entwickeln.
Die Vorjahresausgabe der Spark in der Marx-Halle verzeichnete einen Rekordbesuch mit rund 22.000 Besucherinnen und Besuchern. Diese Zahlen zeigen das Potenzial, das der Wiener Kunstmarkt hat, und unterstreichen die Notwendigkeit von starken Kooperationsansätzen, um die kulturelle Landschaft der Stadt nachhaltig zu unterstützen. Zu den weiteren Zielen zählt die Stärkung der Sichtbarkeit und der wirtschaftlichen Basis für Kunstschaffende und Galerien.
Um zukünftige Initiativen zu besprechen und konkrete Schritte zu planen, wird das Organisationsteam in den kommenden Wochen mit den verschiedenen betroffenen Gruppen in den Dialog treten, um die Weichen für eine erfolgreiche Rückkehr der Spark Art Fair im Jahr 2027 zu stellen.